Noch im Februar beklagte Softbank-Gründer Masayoshi Son den viel zu niedrigen Aktienkurs. Seither ist das Papier um 32 Prozent gestiegen. Ist Son jetzt zufrieden? Ein bisschen vielleicht, denn der von ihm genannte "faire" Wert ist noch in weiter Ferne.
Masayoshi Son ist ein Zahlenmensch und als solcher hasst er es, wenn eine Rechnung nicht aufgeht. Während einer Präsentation Anfang Februar beklagte er sich über die Bewertung seines Unternehmens, die zu jener Zeit 84 Milliarden Dollar betrug.
Dabei sei der Wert leicht zu ermitteln, sagte Son, der auf Anteile an Alibaba, ein paar Mobilfunkunternehmen, etlichen Tochtergesellschaften und den 100-Milliarden-Dollar schweren Vision Fund (u.a. ARM Holdings, Uber) verwies.
Ziehe man von den Vermögenswerten (230 Mrd. Dollar) die Nettoschulden (36 Mrd. Dollar) ab, käme Softbank auf einen "fairen" Wert von 194 Milliarden Dollar.
(Auszug aus NYT-Artikel) He added stakes in Alibaba, a few mobile carriers, numerous other subsidiaries and SoftBank’s share of the nearly $100 billion Vision Fund. The resulting enterprise value is $230 billion. Strip out roughly $36 billion of net debt and the “fair” market capitalization should be $194 billion.
Dass Firmenchefs mit der Börsenbewertung oft unzufrieden sind, ist nichts Neues. Was die Softbank besonders macht: Offenbar scheinen die Anleger zunehmend der Sichtweise des Multimilliardärs und Fans von Albert Einstein zu folgen.
Jedenfalls hat der Aktienkurs seit Anfang Februar deutlich an Wert hinzugewonnen und zählt mit einer Performance von 33 Prozent zu den Highflyern in Tokio.
DER AKTIONÄR hatte die Aktie erstmals Ende November 2018 zum Kauf empfohlen, lag mit dem Timing allerdings daneben – das Papier wurde ausgestoppt. Seit Angang April befindet sich die Aktie erneut auf der Empfehlungsliste, auch, weil der bevorstehende Börsengang des US-Fahrdienstleisters Uber den Japanern die Gelegenheit für einen lukrativen (Teil-) Exit bietet.
Seit der jüngsten Empfehlung notiert die Softbank rund 5 Prozent im Plus.
Wie geht es weiter? Mit dem IPO der Mobilfunktochter Softbank, der Emission einer milliardenschweren Anleihe und dem Börsengang von Uber hat Masayoshi Son das Vertrauen der Anleger gewonnen. Nach seiner Berechnung besitzt die Aktie zusätzliches Potenzial von 40 Prozent.
DER AKTIONÄR meint: Anleger, die investiert sind, sollten die Gewinne laufen lassen. Wer den Einstieg bislang verpasst hat, sollte schwächere Phasen zum Einstieg nutzen.