Die Infineon-Aktie hat ihren jüngsten Rücksetzer beendet und ist im Bereich der aus charttechnischer Sicht wichtigen horizontalen Unterstützung bei 28 Euro wieder nach oben gedreht. Im Vorfeld der Zahlen am 15. November melden sich die Analysten mit frischen Einschätzungen zu Wort. Der Tenor ist eindeutig.
Die Bank of America (BofA) hat die Kaufempfehlung für die Infineon-Aktie mit Kursziel 50 Euro bestätigt. Die Zeichen einer Bodenbildung in der Halbleiterbranche mehrten sich, so Analyst Didier Scemama. So erhole sich die Nachfrage nach PCs und Mobilfunkgeräten. Im Automobilgeschäft sei eine Normalisierung zu beobachten. Hiervon dürfte Infineon im kommenden Geschäftsjahr profitieren.
Auch die Kollegen der UBS heben bei dem Chipriesen vor Zahlen zum vierten Geschäftsquartal 2022/23 und dem Ausblick auf das angelaufene Fiskaljahr 2023/24 weiter den Daumen. Dabei passte Analyst Francois-Xavier Bouvignies seine Schätzungen für den DAX-Konzern an. Er habe vor dem Hintergrund der laufenden Berichtssaison seine Prognose für das Ergebnis je Aktie für das Geschäftsjahr 2023/24 gesenkt, so der Experte. Damit berücksichtige er die jüngsten Zahlen aus der Branche. Seine Schätzungen für die Folgejahre behielt Bouvignies unverändert bei. Das gilt auch für sein Kursziel von 45 Euro.
Für das abgelaufene vierte Quartal 2022/23 erwartet Infineon eine weitere Verschlechterung der Marge auf rund 25 Prozent sowie einen Umsatz von etwa vier Milliarden Euro. Den weiteren Ergebnisrückgang begründete der Konzern mit den Q3-Zahlen mit Währungseffekten, wirksam werdenden Investitionen für den Ausbau von Dresden sowie eine Senkung der Kapazitäten im Konsumentengeschäft, welches höhere Leerstandskosten verursache. Die zuvor zweimal angehobene Jahresprognose wurde damals trotzdem bestätigt. Noch wichtiger ist der Ausblick auf die kommenden zwölf Monate.
Der seit dem Sommer 2022 gültigen Aufwärtstrend wurde erfolgreich getestet. Aus charttechnischer Sicht würde sich das Bild mit dem Sprung über die 30-Euro-Marke wieder aufhellen. Das nächste Ziel wäre dann bei 32,80 Euro. DER AKTIONÄR setzt bei der Aktie vorerst weiter auf eine Fortsetzung der Gegenbewegung, wird aber wie gewohnt im Vorfeld der Zahlen noch einen Blick auf das kommende Fiskaljahr veröffentlichen – und die Einschätzung für die Aktie bei Bedarf entsprechend anpassen.
Hinweis auf Interessenkonflikte: Aktien von Infineon befinden sich in einem Real-Depot von DER AKTIONÄR.