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Spy-Gate bei Amazon und Apple: Lenovo kracht 23 Prozent nach unten

Spy-Gate bei Amazon und Apple: Lenovo kracht 23 Prozent nach unten
Foto: Börsenmedien AG
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Martin Weiß 05.10.2018 Martin Weiß

Haben die Chinesen US-Konzerne ausspioniert? Ein Bloomberg-Artikel legt den Einsatz von Spionage-Chips in Apple- und Amazon-Hardware nahe. Die Beteiligten dementieren vehement, doch an der Börse geraten die Anleger in Panik. Und sie haben bereits ein Opfer ausgemacht. 

Worum geht es?

In einem von Bloomberg Businessweek veröffentlichten Artikel heißt es unter Berufung auf Quellen in den US-Nachrichtendiensten, chinesische Zulieferer hätten im Fertigungsprozess für (unter anderem) Apple- und Amazon-Hardware Chips verbaut, mit denen anschließend Industriespionage betrieben worden sei.

Weshalb ist das relevant?

US-Politiker im Allgemeinen und US-Präsident Donald Trump im Besonderen beklagen sich seit langem über die unfairen Handelsmethoden Chinas. Der laufende Handelskrieg, in dem sich beide Länder gegenseitig mit Strafzöllen überziehen, ist das Ergebnis dieser Einschätzung.

Sollte sich herausstellen, dass Spionage-Chips tatsächlich existieren - bislang dementieren alle Beteiligten den Bloomberg-Artikel vehement - dürfte sich der Ton in den Verhandlungen abermals verschärfen. Dass es bislang keinen Anhaltspunkt dafür gibt, dass chinesische Firmen in den Vorgang verwickelt sind, dürfte daran wenig ändern, denn: Die Boards, auf denen die verdächtigen Halbleiter gefunden wurden, stammen vom chinesischen Zulieferer Super Micro Computer.  

Was hat das mit Lenovo zu tun?

Am Morgen brachen die Notierungen von Lenovo im asiatischen Handel massiv ein. Der Aktienkurs rauschte zeitweise um 23 Prozent in die Tiefe, bevor sich das Papier auf minus 12 Prozent "erholte".

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Anleger befürchten zwei Dinge, nämlich a) dass die Veröffentlichung des Artikels die Nachfrage nach chinesischen Tech-Produkten dämpfen könnte und b) die US-Regierung als Vergeltungsmaßnahme chinesische Tech-Konzerne Handelsbeschränkungen auferlegen könnte (sofern sich die Vorwürfe als gerechtfertigt erweisen). 

Und jetzt?

DER AKTIONÄR empfiehlt erst einmal die Finger von Lenovo zu lassen. Die Reaktion des Marktes scheint übertrieben, jedoch besteht die Gefahr, dass das Thema noch eine Weile vor sich hin köchelt und die Stimmung weiter belastet.  

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