Eine kleine Enttäuschung am Abend: Der Industriekonzern Schaeffler hat im vergangenen Jahr schwächer abgeschnitten als vom Markt erwartet. So stieg der Umsatz zwar von 16,3 Milliarden auf 18,2 Milliarden Euro, wie das Unternehmen anhand vorläufiger Zahlen am Dienstagabend mitteilte. Analysten hatten im Vorfeld jedoch im Schnitt mit 18,5 Milliarden Euro gerechnet.
Treiber des Anstiegs sei vor allem die Konsolidierung von Vitesco ab dem vierten Quartal gewesen, hieß es. Die um Sondereffekte bereinigte Marge vor Zinsen und Steuern (Ebit) wird voraussichtlich von 7,3 Prozent auf 4,5 Prozent gesunken sein, wie es in der Konzernmeldung weiter hieß. Schaeffler hatte fünf bis acht Prozent in Aussicht gestellt, der Marktkonsens hatte 6,3 Prozent erwartet. Dem Unternehmen aus Herzogenaurach zufolge belasteten im vierten Quartal insbesondere die schwache Ergebnisentwicklung der Sparte Bearings & Industrial Solutions sowie bei Vitesco.
Dagegen fiel der freie Mittelzufluss vor Fusionen und Übernahmen mit 360 Millionen Euro besser aus als erwartet. Die ausführlichen Zahlen sowie die Prognose für das laufende Jahr will das Unternehmen am 5. März vorlegen.
Anleger zeigten sich enttäuscht. Im nachbörslichen Geschäft verlor die Schaeffler-Aktie auf der Handelsplattform Tradegate in einer ersten Reaktion 1,7 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs bei Xetra.
In den vergangenen Monaten ist der zuvor sehr schwach gelaufenen Schaeffler-Aktie die Bildung eines Bodens geglückt. Zuletzt konnte sich der Kurs weiter erholen. Nun bleibt zu hoffen, dass die heute etwas schwächer als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen nicht all die hoffnungsvollen Ansätze der letzten Handelswochen wieder zunichtemachen. Davon ist allerdings Stand jetzt eher nicht auszugehen, immerhin stimmt noch die Richtung bei der Umsatzentwicklung. Allerdings drängt sich beim SDAX-Titel aktuell weiterhin kein Kauf auf. Die weitere Entwicklung sollte nach wie vor lediglich von der Seitenlinie aus betrachtet werden.
Enthält Material von dpa-AFX