Was ist bloß aus dem Trump-Trade geworden? Der S&P 500 hat nahezu alle Kursgewinne seit der Präsidentschaftswahl Anfang November abgegeben. Die Magnificent 7 sind nur noch ein Schatten ihrer selbst. Der Bitcoin hat seit seinem Hoch 25 Prozent verloren. Auch der Goldpreis bröckelt. Was läuft denn gerade überhaupt?
Die Hoffnung, Donald Trump würde es bei den Zöllen weitestgehend bei Drohungen belassen, hat sich verflüchtigt. Nun befürchtet der Markt eine Eskalation im Handelsstreit mit immer höheren Abgaben und spielt die Konsequenzen durch: höhere Inflation, niedrigere Unternehmensgewinne, Rezession. Die Stimmung unter den Anlegern ist eisig – der CNN Fear & Greed Index notiert bei 19, was Panik bedeutet.
Was Hoffnung macht: Trump ist zwar stur, aber er will geliebt werden. Und er will ganz bestimmt nicht als Präsident in die Geschichte eingehen, der Amerika groß machen wollte, aber viel Chaos angerichtet hat. Sein Gradmesser für die Stimmung im Volk ist die Börse. Sollten die Kurse weiter abtauchen, wird ihn das zum Nachdenken und zum Umsteuern bewegen.
Bereits jetzt sieht er angeschlagene Charts. Der S&P 500 ist unter die 50- und die 100-Tage-Linie gerutscht und könnte weiter bis aufs Januar-Tief bei 5.773 Punkten fallen. Hält der Support nicht, wartet als nächstes die 200-Tage-Linie bei 5.716 Zählern. Der Nasdaq 100 hat vom Hoch acht Prozent eingebüßt und befindet sich auf Kurs Richtung 200-Tage-Linie. Ganz übel sieht es bei Tesla aus: Die Aktie hat vom Hoch 40 Prozent verloren und ist nun unter die 300-Dollar-Marke gefallen. Als nächstes könnte die 200-Tage-Linie reißen.
Brisant auch die Situation beim Bitcoin, nachdem auch hier die 200-Tage-Linie nicht gehalten hat. Bleiben die Bären am Drücker, könnte es einen Abverkauf bis zum horizontalen Support bei 73.850 Dollar geben. Michael Saylor trommelt natürlich weiter: „Verkauft lieber eine Niere, aber behaltet eure Bitcoins!“, so der Strategy-Chef auf X. Der Strategy-Aktienkurs hat sich seit dem Rekordhoch im November halbiert.
Gold hat vom Rekordpreis 100 Dollar verloren. Das Edelmetall könnte damit seinen ersten Wochenverlust 2025 verbuchen. Der Grund sind Gewinnmitnahmen.
In der unsicheren Lage sind die Anleger gut beraten, wenn sie ihrem Depot ein paar defensive Top-Aktien beimischen. Zu den Favoriten des AKTIONÄR zählen Munich Re, Allianz und Deutsche Telekom. Mehr Top-Empfehlungen gibt es in der neuen Ausgabe: erhältlich im Zeitschriftenhandel oder hier als E-Paper.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hie-rauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.