Die Stimmung dreht wieder. Die Bestätigung einer Verkaufsempfehlung mit Ziel 105 Euro hat den Bullen bei Varta gestern den Wind aus den Segeln genommen. Heute dehnt die Aktie des Batterieherstellers ihren Rücksetzer aus. Eine wichtige charttechnische Unterstützung rückt in den Fokus. Darauf kommt es jetzt an.
Spekulationen rund um mögliche Konkurrenz aus China drücken bei Varta einmal mehr auf die Kurse. Zur Erinnerung: Laut Analyst William Mackie von Kepler Cheuvreux stecken in den neuen schnurlosen "Beats Studio Buds" des wichtigen Kunden Apple keine Varta-Batterien, sondern Zellen der chinesischen Wettbewerber. Er sieht daher gewisse Risiken, was das künftige Wachstum und die Preisentwicklung der für Varta besonders wichtigen Batterien betrifft.
Mit der Bestätigung, dass Varta den Sportwagenbauer Porsche als Kunden für seine Hochleistungsbatterien gewonnen hat, stieg die Aktie über die charttechnischen Widerstände bei 130 Euro und 138,70 Euro. Am 23. Juni wurde bei 146,70 Euro ein Verlaufshoch markiert. In Anschluss sind die Gewinne wieder zusammengeschmolzen.
An der Gesamtsituation hat sich im Prinzip nichts geändert. Die Lithium-Ionen-Akkus aus dem Hause Varta sind ein echter Dauerbrenner. Schlussendlich bleibt hier aber die Hauptfrage, ob der Konzern die hohen Margen in diesem Geschäft nachhaltig halten kann. Das könnte schwer werden, weil die Wettbewerber nicht schlafen. Auf der anderen Seite ist der Markt für diese sogenannten Wearables auch sehr groß. Zudem wird das Geschäft mit der Elektromobilität immer mehr zum neuen Hoffnungsträger. Analysten bleiben angesichts der Bewertung aber weiter skeptisch. Das durchschnittliche Kursziel beträgt aktuell bei 115,50 Euro.
Kurzfristig rückt die 130-Euro-Marke in den Fokus. Wird die Unterstützung unterschritten, drohen weitere Verluste und ein Rückfall in die alte Seitwärts-Range zwischen 107 und 130 Euro. Frisches Futter für die Bullen könnte die in Finanzkreisen bereits diskutierte Erhöhung der Prognosen im zweiten Halbjahr liefern.