Die Angst vor steigenden Zinsen und einem Zahlungsausfall der USA haben den Börsen am Dienstag schwer zu schaffen gemacht. Vor allem die Technologiewerte standen unter Druck. Die Infineon-Aktie zählte zu den größten Verlierern im DAX. Kann sich die Aktie stabilisieren, oder rauscht der Kurs weiter nach unten?
Die Infineon-Aktie fiel gestern im Tief auf 35,32 Euro zurück, verabschiedete sich am Ende bei 35,41 Euro aus dem Handel. Zur Erinnerung: Zum Wochenstart kratze die Aktie noch an ihrem Mehrjahreshoch bei 38,18 Euro.
Kurzfristig dürfte die Verunsicherung weiter groß bleiben. Kann sich die Aktie im Bereich um 35/36 Euro nicht stabilisieren, wartet bei 33,96 Euro die viel beachtete 200-Tage-Linie. Wird auch diese Unterstützung unterschritten, ist ein Rücksetzer bis zur massiven horizontalen Unterstützungszone um 30,41 (Mai-Tief) und 30,93 Euro (Juli-Tief) möglich.
Die Zahlen einiger Branchenvertreter zeigen kein einheitliches Bild. Micron übertrifft mit seinen Q4-Zahlen zwar die Erwartungen, enttäuscht allerdings mit seinem Ausblick auf das neue Geschäftsjahr. Die Aktie ging nachbörslich auf Talfahrt. Der mittelfristige Ausblick von Chipindustrie-Ausrüster ASML stimmt dagegen zuversichtlich. Die Aktie arbeitet nach dem gestrigen Kursrutsch an einer Stabilisierung.
Das Marktumfeld ist angeschlagen. Die Nachfrage nach Halbleitern ist ungebrochen. Die Liefersituation in der Branche bleibt angespannt. Auch Infineon leidet unter den widrigen Bedingungen, hält aber dagegen. Für den 5. Oktober hat der DAX-Konzern zum virtuellen Kapitalmarkttag geladen. Dort dürfte es dann auch eine frische Prognose für das am kommenden Freitag (1. Oktober) startende Fiskaljahr 2021/22 geben. DER AKTIONÄR hält an seiner grundlegend positiven Einschätzung zu Infineon fest und setzt auf eine zeitnahe Stabilisierung des Aktienkurses.
Hinweis auf Interessenkonflikte gemäß § 85 WpHG: Derivate auf Infineon befinden sich im Hebel-Depot von DER AKTIONÄR.