Die Allianz überzeugt mit starkem Gewinnwachstum – doch nach der Kursrally sehen die Analysten von JPMorgan kaum noch Luft nach oben. Deutlich optimistischer zeigt sich die US-Bank bei AXA. Die Franzosen punkten demnach mit Wachstum, Bewertung und attraktiver Dividende.
Die US-Bank JPMorgan hat ihre Bewertung für die Allianz-Aktie wieder aufgenommen – allerdings mit einem verhaltenen Votum. Analyst Kamran Hossain sieht zwar starkes Gewinnwachstum bei dem Münchner Versicherer und lobt die Rückkehr zu alter operativer Stärke. Allianz sei auf dem Weg, wieder eines der verlässlichsten Unternehmen der Branche zu werden, so der Experte in seiner aktuellen Analyse. Das Kursziel liegt nun bei 350 Euro.
Doch trotz der positiven operativen Perspektive sieht Hossain derzeit wenig Potenzial für eine Outperformance. Der Kurs sei bereits stark gestiegen und notiere inzwischen leicht über dem neuen Kursziel. Zudem liege der Analystenkonsens bereits am oberen Ende der Konzernziele – was die Luft für weitere positive Überraschungen dünn werden lässt. JPMorgan hatte die Allianz bis Sommer 2024 mit Outperform und einem Kursziel von 300 Euro geführt, die Bewertung jedoch anschließend ausgesetzt.
Deutlich positiver fällt das Fazit zu AXA aus. Hier bleibt JPMorgan klar auf der Kaufseite. Analyst Farooq Hanif hob nach den Geschäftszahlen für 2024 das Kursziel von 42 auf 45 Euro an und bestätigte die Einstufung mit Overweight. Der französische Versicherer habe erfolgreich in den Wachstumsmodus zurückgefunden und könne weiterhin über den eigenen Zielvorgaben liefern. Zudem seien die Papiere im Branchenvergleich nach wie vor günstig bewertet.
Gerade für Dividendenjäger bleibt AXA attraktiv: Trotz eines frischen Rekordhochs beträgt die aktuelle Dividendenrendite immer noch 5,4 Prozent. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt mit 11 unter dem der Allianz (13) – und ebenfalls unter dem Niveau von Munich Re, die in den vergangenen Monaten auch stark gelaufen sind.
Während die Allianz operativ überzeugt, scheint das kurzfristige Potenzial nach der starken Rally zunächst ausgeschöpft. AXA hingegen punktet mit Bewertungsreserven, überzeugender Dividendenrendite und einer intakten Wachstumsstory. Für Anleger, die nach Alternativen zu den deutschen Versicherungsriesen suchen, bietet sich hier weiterhin ein attraktives Einstiegsfenster.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Allianz.