Nach Börsenschluss in den USA hatte Visa am gestrigen Dienstag sein jüngstes Quartalsergebnis vorgestellt. Inzwischen haben auch erste Analysten auf die Zahlen des Kreditkarten-Unternehmens reagiert. Am spannendsten ist aber ein Detail, das den Gesamtmarkt betrifft – und im Widerspruch zur aktuellen Entwicklung beim Logistik-Giganten UPS steht.
Der aktuelle Markt ist schwierig, zäh und macht auch viele Analysten und Wirtschaftsexperten ratlos. Warum das so ist, zeigt sich beispielsweise an diesem Punkt: UPS sprach gestern von einer Verlangsamung der US-Einzelhandelsumsätze und einer anhaltenden Nachfrageschwäche in Asien. Das deutete eher auf gedämpfte Konsumlaune hin. Und was sagte nun Visas Finanzchef Vasant Prabhu in der Telefonkonferenz mit Analysten nach den Zahlen? „Wir glauben, dass der Verbraucher immer noch in guter Verfassung ist.“ Das zeige sich vor allem in den Bereichen Dienstleistungen, Reisen und Unterhaltung.
Auch die Zahlen von Visa passen zu dieser Aussage. Visa erreichte im abgelaufenen Quartal einen Nettogewinn von 4,26 Milliarden Dollar (2,03 Dollar je Aktie, bereinigt: 2,09 Dollar). Das lag über der Konsensschätzung der Analysten. Im Vorjahresquartal waren es 3,65 Milliarden Dollar (1,70 Dollar je Aktie, bereinigt: 1,79 Dollar).
Der Umsatz war mit 7,99 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal: 7,19 Milliarden Dollar) ebenfalls stärker als erwartet (7,80 Milliarden Dollar).
Analysten mit Mini-Kursziel-Erhöhungen
RBC Capital hob das Kursziel für die Visa-Aktie nach den Zahlen von 262,00 auf 265,00 Dollar an. Raymond James erhöhte von 281,00 auf 282,00 Dollar, Morgan Stanley von 288,00 auf 290,00 Dollar.
Es ist etwas überraschend, dass es bei Visa so gut läuft. Zumal gestern die Nachrichten von UPS und zum Verbrauchervertrauen (siehe weiterführende Beiträge am Artikel-Ende) eher auf das Gegenteil hindeuteten. Anleger können sich jedenfalls freuen, denn der Visa-Chart sieht gut aus und die AKTIONÄR-Dauerempfehlung bleibt ein rundum solides Basisinvestment.