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Immo-Aktien: Der Aufschwung ist da

Immo-Aktien: Der Aufschwung ist da
Foto: Nikada/iStockphoto
Michael Diertl 03.09.2024 Michael Diertl

Im Jahr 2022 ist die deutsche Immobilien-Branche aufgrund der schnellen kräftigen Zinswende enorm Unter die Räder gekommen. Für Aktien wie Vonovia und Hypoport ging es um 80 Prozent und mehr nach unten. Doch mit dem Zins-Top hat sich auch der Markt stabilisiert und dank einer lockernden EZB hellen sich auch die Wachstumszahlen auf.

Verbraucher in Deutschland haben im Juli so viele Immobilienkredite nachgefragt wie seit zwei Jahren nicht mehr. Das Neugeschäft deutscher Banken mit Privathaushalten und Selbstständigen stieg auf 19,5 Milliarden Euro, gut ein Viertel mehr als im Vorjahresmonat. Größer war das Volumen zuletzt im Juli 2022. Das zeigt eine Auswertung der Analysefirma Barkow Consulting, die auf Daten der Europäischen Zentralbank beruht. Schon im Juni hatte sich demnach das Neugeschäft mit Baufinanzierungen erholt, mit einem Wachstum von 17 Prozent gemessen am Vorjahresmonat auf 16,3 Milliarden Euro.

Scheinbar hätten steigende Mieten und ein zuletzt wieder gesunkenes Zinsniveau den eingebrochenen Markt für Baufinanzierungen belebt. „Der Aufschwung ist da", schreibt Geschäftsführer Peter Barkow. Im bisherigen Jahresverlauf liege das Neugeschäft mit 112 Milliarden Euro bereits 18 Prozent über dem Vorjahreswert. Bei den Bauzinsen ging es zuletzt bergab: Aktuell lägen die Konditionen für 10-jährige Kredite wieder unter 3,5 Prozent nach Höchstständen von 4,2 Prozent im vierten Quartal 2023, so Barkow.

Das Neugeschäft mit privaten Baufinanzierungen hatte bis ins Frühjahr 2022 geboomt und in der Spitze ein monatliches Volumen von gut 32 Milliarden Euro erreicht. Doch ein starker Zinsanstieg beendete den Höhenflug. Damit wurden Immobilienkredite nach Jahren der Niedrigzinsen teurer. Da auch die Baukosten kräftig stiegen, gaben viele Menschen ihre Pläne für den Hausbau oder Immobilienkauf auf. Im vergangenen Jahr war das Neugeschäft der Banken mit Baufinanzierungen laut Daten von Barkow Consulting auf 161 Milliarden Euro eingebrochen – 37 Prozent weniger als 2022.

Auch der Verband deutscher Pfandbriefbanken (VDP), der die wichtigsten Immobilienfinanzierer in Deutschland vertritt, hatte zuletzt ein anziehendes Kreditgeschäft festgestellt. Er verzeichnete das größte Neugeschäft mit Immobilienkrediten seit dem dritten Quartal 2022, getrieben von einer stärkeren Nachfrage nach Finanzierungen für Häuser und Wohnungen. Damit mehren sich die Anzeichen für ein Ende der Immobilienkrise. Erst jüngst hatte der VDP eine Stabilisierung der Immobilienpreise für das zweite Quartal festgestellt.

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Hypoport (WKN: 549336)
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Vonovia (WKN: A1ML7J)

Während Vonovia ein direkter Profiteur der Zinssenkungen ist, sollte sich die verstärkte Kreditnachfrage auch auf die Papiere von Hypoport positiv auswirken. Bei Vonovia können Anleger weiterhin zugreifen, Hypoport verbleibt vorerst auf der Watchlist, bis der Ausbruch über die 50-Tage-Linie bei 275,80 Euro geschafft ist.

mit Material von dpa-AFX

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