Obwohl die US-Staatsanleihen auf Mehrjahreshochs notieren und der Dollar-Index seit Juli knapp fünf Prozent zugelegt hat, zeigt sich der Goldpreis verhältnismäßig stabil. Das deutet laut den Analysten von ANZ Research daraufhin, dass die Preisentwicklung des Edelmetalls von einer verbesserten Nachfrage profitieren könnte.
"In 2024 wird die Stärke des Dollar voraussichtlich nachlassen", schrieben sie in einem aktuellen Bericht. "Obwohl wir eine Aufwertung des Dollar bis zum Jahresende erwarten, werden erhöhte Erwartungen an Zinssenkungen und eine abnehmende wirtschaftliche Wachstumsdynamik dazu führen, dass der Dollar im nächsten Jahr seinen Abwärtstrend wieder aufnimmt. Das wird Gold Rückenwind verleihen."
Die Analysten sagten auch voraus, dass die Investitionen in Edelmetalle zunehmen werden. "Die Anziehungskraft von Gold als Investition wird mit zunehmender makroökonomischer Unsicherheit und wachsenden Erwartungen an geldpolitische Lockerungen bis 2024 steigen", erklärten sie. Anhaltend hohe Zinssätze könnten den Druck auf verschuldete Unternehmen erhöhen, was negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum hätte.
Sie gehen zudem davon aus, dass der jüngste Trend der Goldkäufe durch Zentralbanken anhalten wird. "Geopolitische Spannungen führen zu einem strukturellen Wandel bei den Zentralbankkäufen", sagten sie. "Wir erwarten eine robuste Nachfrage von 750 Tonnen im Jahr 2023, die jedoch nicht die Rekordmarke von 1.080 Tonnen aus dem Jahr 2022 erreichen wird."
Sowohl die US-Anleihen als auch der Dollar dürften auf ihren aktuellen Niveaus ein Top ausbilden, denn der Zinszyklus der Fed geht dem Ende entgegen. Entsprechend sollte der Goldpreis im Bereich der 1.900-Dollar-Marke einen mittelfristigen Boden einziehen und sich bald auf den Weg in Richtung neuer Allzeithochs machen können.