Die Allianz hat am Donnerstagabend neben den Geschäftszahlen auch eine milliardenschwere Rückstellung für die Klagen in den USA bekannt gegeben (DER AKTIONÄR berichtete). Während die geringer ausfällt als erwartet, läuft es operativ sehr gut für den deutschen Branchenführer.
3,7 Milliarden Euro legte der Versicherer für Vergleiche mit Großanlegern in den USA und mit Blick auf Gespräche mit US-Behörden zurück. Allerdings rechnet der Vorstand mit weiteren Belastungen, bevor die Angelegenheit komplett abgeschlossen ist. Wann es dazu kommt, wagte er nicht vorherzusagen.
Ansonsten liefen die Geschäfte des Konzerns im zweiten Corona-Jahr glänzend. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um fast sechs Prozent auf 148,5 Milliarden Euro. Der operative Gewinn legte um fast ein Viertel zu und erreichte mit 13,4 Milliarden Euro einen Rekordwert. Damit übertraf Allianz nicht nur ihre bereits auf 13 Milliarden Euro erhöhte Prognose, sondern auch die durchschnittliche Erwartung von Analysten (13,17 Milliarden).
Die Allianz-Aktionäre profitieren vom starken operativen Ergebnis. So soll die Dividende von 9,60 auf 10,80 Euro je Aktie steigen – erwartet wurden 10,60 Euro. Außerdem will der Konzern in diesem Jahr bis zu einer Milliarde Euro in den Rückkauf eigener Aktien stecken.
Für das laufende Jahr zeigte sich Finanzvorstand Giulio Terzariol zuversichtlich. So peilt der Vorstand für 2022 einen operativen Gewinn zwischen 12,4 und 14,4 Milliarden Euro an. Weitere Belastungen aus dem Rechtsstreit in den USA sind bei dieser Kennzahl wie schon im vergangenen Jahr ausgeklammert.
Glänzend lief es auch im Fondsgeschäft der Konzerntöchter Pimco und AGI, wenn man die Milliardenbelastungen durch den laufenden Rechtsstreit ausklammert. So schoben Anleger netto über 110 Milliarden Euro an frischem Geld in die Fonds der beiden Allianz-Gesellschaften. Das für Dritte verwaltete Vermögen wuchs von Ende 2020 bis Ende 2021 um rund 15 Prozent auf fast 1,97 Billionen Euro. Der operative Gewinn der Sparte legte um 22 Prozent auf rund 3,5 Milliarden Euro zu.
Unabhängig von der Rückstellung für die Milliardenklagen sind die Zahlen der Allianz top. Ein weiteres Argument für alle langfristig orientierten Anleger.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Allianz.