Angesichts erneut enttäuschender Konjunkturdaten aus China haben sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Dienstag zurückgehalten. Hinzu kamen außerdem eine trübe Unternehmensstimmung in der Euroregion und schwache Auftragsdaten für die US-Industrie. Der Leitindex DAX beendete den Tag ohne allzu große Schwankungen letztlich mit einem Abschlag von 0,34 Prozent auf 15.771,71 Punkte.
Für den MDAX der mittelgroßen Werte ging es um 0,67 Prozent auf 27.666,59 Zähler nach unten.
Schlusslicht im DAX waren die Aktien der Commerzbank, die um 6,1 Prozent absackten. Vor allem ein negativer Analystenkommentar belastete. Die stark gestiegenen Leitzinsen hätten dem Finanzinstitut bislang geholfen, rentabler zu werden und den Spielraum für Ausschüttungen an die Aktionäre deutlich zu erweitern, schrieb Analyst Amit Goel von der britischen Investmentbank Barclays. Mittlerweile nähmen die Risiken aber zu, der Zinsüberschuss könnte Investoren künftig enttäuschen.
Die Papiere der Deutschen Bank büßten 3,0 Prozent ein. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) erhöhte angesichts massiver Beschwerden von Postbank-Kunden den Druck auf die Konzernmutter. Seit dem Jahreswechsel 2022/23 beobachte sie "erhebliche Beeinträchtigungen bei der Abwicklung des Kundengeschäfts bei der Postbank", rügte die Bafin.
Eine skeptische Studie der britischen Großbank HSBC, die das weiter schwierige Geschäftsumfeld von FMC thematisierte, belastete die Anteile des Dialyse-Spezialisten. Sie gaben als Schlusslicht im MDAX um 4,4 Prozent nach. In den USA etwa dürfte der Anstieg der Gebührenerstattungen für Dialysebehandlungen nicht ausreichen, die inflationsbedingt gestiegenen Kosten auszugleichen, schrieb Analystin Sezgi Oezener. Daher hätten es Dialyseanbieter schwer, ihre Profitabilität zu steigern.
Auch die Mutter Fresenius stand nach einer Abstufung durch HSBC unter Druck. HSBC senkte die Einschätzung von „Buy“ auf „Hold“. Die Fresenius-Aktie verlor am Ende 2,6 Prozent.
Top-Gewinner des Tages im DAX waren BMW vor der Porsche AG und Continental. Stabilus führte mit plus 3,0 Prozent die Gewinnerliste im MDAX an. Morphosys lag mit plus 3,3 Prozent im SDAX vorne.