Die Situation für den Tourismus und damit für TUI ist überaus kompliziert. Zwar hat das Auswärtige Amt (AA) die weltweite Reisewarnung aufgehoben. Doch für viele Länder, in die man einreisen könnte, ist die Reisewarnung bestehen geblieben. Auf der anderen Seite wurden Destination seitens des AA gleichsam enttabuisiert, die ihrerseits den Deutschen die Eingangspforten weiter versperren. Die aktuell zweite Corona-Welle macht die Lage nicht besser. Was heißt das konkret für die TUI-Aktie?
Die Aktie konnte zuletzt Boden gutmachen und das Verlaufstief von Ende September bei 2,65 Euro fast in Vergessenheit geraten lassen. Hintergrund waren Meldungen, dass nun Reisen auf die beliebten Herbst-Destinationen Mallorca und die Kanaren trotz Reisewarnung angeboten werden. Aus charttechnischer Sicht wäre jetzt das Überwinden der 50-Tage-Linie, die aktuell bei 3,51 Euro verläuft, ein wichtiger Schritt. Nach unten bietet der Bereich zwischen 3,25 und 3,30 Euro eine gewisse Unterstützung. Danach würde die 3,00-Euro-Marke wieder ins Blickfeld rücken.
Rein fundamental ist die Lage für TUI sehr ernst - das Unternehmen kämpft letztlich ums Überleben. Auch ein nochmaliges Testen beziehungsweise Unterschreiten des Allzeit-Tiefs bei 2,43 Euro ist möglich. Als solides Investment kommt der Titel daher derzeit nicht in Betracht. Allenfalls sehr erfahrene und risikobewußte Trader können ihr Glück versuchen.