Zu einem kleinen Crash kommt es bei Steinhoff am Donnerstag. Nachdem das Unternehmen seine Zahlen zum letzten Quartal 2019 vorgelegt hat, rauscht die Aktie in der Spitze mehr als 20 Prozent abwärts. Unterm Strich bestätigt der aktuelle Quartalsbericht die AKTIONÄR-Einschätzung – und zeigt zudem, dass Steinhoff vor einer neuen Herausforderung steht.
Viele Geschäfte der Steinhoff-Gruppe seien auf die eine oder andere Weise von Asien abhängig, heißt es in dem Bericht. Wie sich das Coronavirus auf die Bilanz auswirken werde, sei aber noch unklar. Steinhoff versuche jedoch, die möglichen Folgen abzumildern, beispielsweise durch Umstellungen der Lieferketten.
„While it is widely expected that the outbreak and spread of the Coronavirus may lead to sourcing and other challenges, it is not yet possible to dertermine accurately any future impact on business performance.“
Auch davon unabhängig sehe sich Steinhoff weiter großen Herausforderungen gegenüber. Nach wie vor sei das Management bemüht, die Rechtsstreitigkeiten in den Griff zu bekommen. Anschließend rücke das Schuldenproblem in den Fokus.
Der Umsatz aus fortgeführten Geschäften stieg im letzten Quartal 2019 um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 3,4 Milliarden Euro. Zu möglichen Gewinnen machte Steinhoff, wie gewohnt, keine Angaben.
Das Wachstum kam vor allem von Pepco Group und Pepkor. Andere Geschäfte waren zum Teil rückläufig oder wurden eingestellt. Pepco steht, wie berichtet, zum Verkauf, damit sich Steinhoff finanziell Luft verschaffen kann.
Die Lage bei Steinhoff bleibt äußerst angespannt. Es gibt viele Fragezeichen. Kläger wollen besänftigt und Gläubiger bedient werden. Tafelsilber steht offenbar vor dem Verkauf. Zusätzlich zu den hausgemachten Problemen kommt nun das Coronavirus. Kein Kauf.