Der Sportwagenbauer Porsche AG hat im dritten Quartal zwar beim Umsatz die Erwartungen übertroffen, die Marge blieb allerdings hinter den Erwartungen zurück. Die Aktie ging weiter in die Knie. Die Analysten hoffen auf gute Verkaufszahlen im vierten Quartal.
Der Umsatz von Porsche kletterte in den ersten neun Monaten im Jahresvergleich um 12,6 Prozent auf 30,1 Milliarden Euro. Analysten hatten mit einem weniger starken Anstieg gerechnet. Das operative Ergebnis der Stuttgarter stieg um neun Prozent auf 5,50 Milliarden Euro. Die Marge lag damit bei 18,3 Prozent vom Umsatz - hier hatten sich Fachleute mit 18,5 Prozent etwas mehr ausgerechnet.
Der Fokus der Analysten lag zuletzt auf der Entwicklung in China, dem größten und wichtigsten Absatzmarkt für Porsche. Hier sind die Verkäufe wegen der schwierigen Wirtschaftslage um zwölf Prozent zurückgegangen. Porsche verkauft ein Viertel seiner Autos in der Volksrepublik.
Nur durch den Absatz margenstarker Modelle wie des Sportwagen 911 konnten die rückläufigen Auslieferungen im Reich der Mitte ausgeglichen werden.
JPMorgan hat die Aktie der Porsche AG nach den Quartalszahlen auf "Overweight" mit einem Kursziel von 140 Euro belassen. Der Sportwagenbauer habe insgesamt ordentlich abgeschnitten und sollte im Schlussquartal die Margen dank des neuen Cayenne weiter steigern, schrieb Analyst Jose Asumendi in einer ersten Reaktion.
Optimistisch blieb auch Analyst Patrick Hummel von der UBS.
Der Experte hat die Einstufung für Porsche AG auf "Buy" mit einem Kursziel von 115 Euro belassen. Die Kennziffern des Sportwagenbauers hätten weitgehend den Erwartungen entsprochen, schrieb Analyst Hummel. Das vierte Quartal der Stuttgarter dürfte besser ausfallen.
Die Zahlen für das dritte Quartal sind solide ausgefallen. Große Ausreißer nach oben waren nicht zu erwarten. Im vierten Quartal könnten die Verkäufe und Margen von der Einführung des neuen Cayenne profitieren. Die Q3-Daten sollten auch als Vorleistung für 2024 gesehen werden. Denn die Zahlen beinhalten Investitionen und einige Anlaufkosten zur Einführung neue Produkte 2024.
Positiv: Das Porsche-Management hat in Sachen E-Mobility einen klaren Plan. Als Ziel für 2030 hat Porsche einen Elektroanteil von 80 Prozent an den Neuauslieferungen ausgegeben. Auch was die Software-Strategie angeht, sieht es danach aus, dass sich Porsche immer mehr vom Mutterkonzern VW abkoppelt. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis beträgt 2,0, das KGV lautet 15. Konkurrent Ferrari kommt auf Multiple von rund 9 (KUV) beziehungsweise 44 (KGV).
Auf dem aktuellen Niveau ist eine Anfangsposition vertretbar.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Porsche AG .