Es ist bekannt, dass der britische Strommarkt schwierig ist. Die Regierung deckelt die Preise und der Wettbewerb ist hoch. Die großen Energiekonzerne kämpfen deshalb mit niedrigen Margen und schreiben teils sogar rote Zahlen. Für E.on wird das mehr und mehr zum Problem – vor allem der künftige Partner Innogy hat große Schwierigkeiten in Großbritannien.
Die schwache britische Tochter Npower hat Innogy sogar die Zahlen für das Gesamtjahr am Mittwoch verhagelt – Abschreibungen von rund 1,5 Milliarden Euro führten zu einem Verlust von 653 Millionen Euro nach Anteilen Dritter. Laut Finanzvorstand Bernhard Günther gibt es nun drei Möglichkeiten, wie es mit Npower weitergeht. Zum einen sind attraktive Kaufangebote sehr willkommen, zum anderen ist auch eine Zusammenlegung mit E.on eine Möglichkeit. Als dritte Option schließt Günther sogar einen Verkauf des Kundenbuchs und eine Abwicklung von Npower nicht aus.
Eine Abwicklung wäre allerdings sehr kostspielig, eine Summe im dreistelligen Millionen-Pfund-Bereich könnte dann auf den Konzern zukommen. E.on-Finanzchef Marc Spieker erklärte wiederum0, man schaue sich für Npower „alle Optionen an.“ E.on selbst ist nach seinen Angaben mit dem eigenen Geschäft in Großbritannien profitabel. Ob dies bei einer Zusammenlegung auch künftig gelingt, bleibt aber offen.
Dabeibleiben
Das britische Geschäft bleibt ein Problem für E.on. Npower hat bereits Innogy die Bilanz verhagelt und dürfte – wenn die Fusion genehmigt wird – auch die E.on-Zahlen künftig belasten. Dennoch: E.on ist insgesamt nach dem Zusammenschluss gut aufgestellt. Netze und Kundendienstleistung bieten sichere Gewinne mit ausreichend Wachstumsfantasie. Die Aktie bleibt ein Top-Tipp für Konservative.