Die Pleite des Zahlungsdienstleisters Wirecard ist für die Commerzbank ein heißes Eisen. Im Rahmen eines Konsortiums verschiedener Banken hat das Finanzinstitut 200 Millionen Euro an Kredit vergeben, die nun größtenteils verloren sind. Im Zuge der Insolvenz von Wirecard rücken nun auch die verantwortlichen Wirtschaftsprüfer von EY in den Fokus. Bisher wird auch die Commerzbank selbst von EY geprüft, aber das könnte sich nun ändern.
Offenbar denkt die Commerzbank darüber nach, EY das Prüfmandat zu entziehen. So verlautet es zumindest aus Finanzkreisen, wie die Börsen-Zeitung heute berichtet. Erst vor zwei Jahren hatte man EY mit der Aufgabe betraut, zuvor prüfte PwC bei der Großbank. Das Thema ist offenbar Tagesordnungspunkt der heutigen Sitzung des Aufsichtsrats. Im zweiten Quartal musste die Commerzbank 175 Millionen aus einem nicht genannten Einzelfall abschreiben. Es lässt sich unschwer erahnen, dass es sich dabei wohl um das Wirecard-Darlehen gehandelt haben muss. Bei der Aufarbeitung der Insolvenz des Zahlungsdienstleisters dürften nun auch dessen langjährige Prüfer von EY bei Haftungsfragen in den Fokus kommen.
Bei der heutigen Aufsichtsratssitzung dürfte die Neubesetzung des CEO-Postens ebenfalls auf der Agenda stehen. Zwar ist es unwahrscheinlich, dass in den kommenden Tagen schon ein Nachfolger für Martin Zielke präsentiert wird. Aber ein zeitlicher Fahrplan für die kommenden Wochen oder Monate ist denkbar. Davon geht auch die Gewerkschaft Verdi aus.
Die Situation bei der Commerzbank bleibt spannend, bereits in den kommenden Tagen könnte es News geben, wie es mit dem neu zu besetzenden CEO-Posten weitergeht. Wer noch nicht investiert ist, kann spekulativ einsteigen. Alle anderen bleiben dabei und beachten den Stopp bei 4,00 Euro.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Commerzbank.
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