Es war eine bemerkenswerte, nahezu historische Handelswoche für BASF. Die Anteile des weltgrößten Chemieproduzenten verteuerten sich angetrieben durch die Hoffnung auf massive politische Hilfen erheblich. Ähnlich beeindruckend wie der Kurssprung am Mittwoch ist aber auch die Tatsache, dass es bislang kaum zu Gewinnmitnahmen kam.
Zumal es gestern und heute auch diverse eher negative Meldungen für BASF gab: So ist der chinesische Außenhandel verhalten ins Jahr 2025 gestartet. Laut dem chinesischen Zoll erhöhten sich die Exporte im Januar und Februar im Jahresvergleich um 2,3 Prozent auf knapp 540 Milliarden Dollar und damit weniger stark als im Vorfeld erwartet wurde. Zudem verbuchte man bei den Importen ein kräftiges Minus von 8,4 Prozent auf 369 Milliarden Dollar. Auch hier hatten Volkswirte einen höheren Wert erwartet.
Bloomberg-Analyst Eric Zhu erklärte, dass der starke Rückgang der Importe einmal mehr verdeutliche, dass die chinesische Wirtschaft aktuell weiter schwächelt. Für den stark in China aufgestellten Chemieproduzenten BASF ist dies natürlich eine schlechte Nachricht, zumal man auch von einer gut laufenden Weltwirtschaft abhängig ist, für die aber natürlich eine florierende Konjunktur in China notwendig ist.
Und auch für Deutschland gibt es aktuell keinerlei Grund für Euphorie. So hat das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) die Konjunkturprognose für 2025 halbiert. So rechnet das HWWI nun nur noch mit einem Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts von lediglich 0,25 Prozent. Bisher hatte man noch 0,5 Prozent erwartet. Immerhin hält das Institut im "best case" für 2026 ein Wachstum von 1,5 Prozent für möglich.
Die Stärke der BASF-Papiere in der laufenden Handelswoche ist beeindruckend. Die Anteilscheine des Ludwigshafener Konzerns sind angesichts der soliden Bilanz, der strategisch sinnvollen Aufstellung und der mittel- bis langfristig durchaus guten Aussichten attraktiv bewertet und bleiben daher ein Kauf. Zumal anders als in den drei Jahren zuvor mittlerweile Sentiment und Charttechnik mittlerweile wieder für die Papiere des Chemie-Weltmarktführers sprechen. Der Stoppkurs kann vorerst noch bei 39,00 Euro belassen werden.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF.