Am Donnerstag hat eine Branchenstudie der Investmentbank Kepler Cheuvreux mehrere Chemiewerte auf Talfahrt geschickt. Im DAX erwischte es die Papiere von Lanxess besonders stark, die mit einem Minus von rund drei Prozent die rote Laterne im deutschen Leitindex tragen. Doch auch die Aktien von BASF und Linde zählen zu den größten Verlierern.
Ursache für die schwache Performance der Chemieaktien ist die deutlich skeptisch klingende Sektorstudie von Kepler-Analyst Christian Faitz. Der Experte stufte die Aktien von Lanxess und BASF sowie den MDAX-Wert Fuchs Petrolub auf „Reduce“ ab und strich seine Kaufempfehlung für Linde. Vor allem die hohe Bewertung der Branche sorgt für Bedenken bei Faitz. Dank der gesunkenen Rohstoffpreise hat der Sektor zuletzt besser performt als der Markt. Nun könnte die Chemiebranche allerdings kurzfristig unter dem zunehmenden Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage leiden.
Sinkende Profitabilität
Deshalb müssten die Konzerne ihre Portfolios über stärkeren Entwicklungsaufwand oder Zusammenschlüsse weiter optimieren, wodurch die Profitabilität sinken könnte. Mit Blick auf die Einzelwerte rät Faitz dazu, die Titel von Lanxess unbedingt zu meiden. Das Kursziel senkte er von 40 auf 33 Euro.
Für BASF lautet das neue Ziel jetzt 62 nach zuvor 75 Euro. Der Branchenprimus dürfte zusammen mit Evonik bei den zu erwartenden Übernahmen im Sektor die Hauptrolle einnehmen. Die Einstufung für Linde lautet nun „Hold“, der faire Wert wurde von 176 auf 160 Euro korrigiert. Kurzfristig seien keine Kurstreiber für die Aktien des Industriegase-Spezialisten zu erkennen.
Klarer Favorit
Für den AKTIONÄR ist BASF nach wie vor der Favorit in der Chemiebranche. Der Branchenriese ist mit einem KGV von 12 und einer Dividendenrendite von rund vier Prozent attraktiv bewertet. Langfristig kennt die Aktie des Qualitätsunternehmens nur den Weg nach oben. Im Real-Musterdepot wird mit einem Wave-Call auch auf kurzfristige Gewinne spekuliert, die durch ein Kaufsignal mit dem Sprung über die 73-Euro-Marke ausgelöst werden könnten. Bei Linde und Lanxess bietet sich ein Neueinstieg derzeit hingegen nicht an.
Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.
(Mit Material von dpa-AFX)