Wie fast alle Autobauer kämpft auch die Volkswagen-Tochter Audi mit großen Problemen. Die jüngsten Geschäftszahlen für 2024 sind enttäuschend ausgefallen, dazu verschlingt die Elektrifizierung viel Geld und verläuft schleppender als gedacht. Doch nun gibt es einen Lichtblick: Vorstandschef Gernot Döllner verspricht einen Stromer in der Größenordnung des A3.
Audi will schon 2026 ein neues Elektroauto im Kompaktsegment auf die Straße bringen. Der Stromer soll am Stammsitz Ingolstadt vom Band laufen. Vorstandschef Gernot Döllner kündigte das Modell in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung als batterieelektrisches Fahrzeug „in der Klasse, in der auch der A3 angesiedelt ist“ an. Zuvor war intern von einem Marktstart nicht vor 2027 die Rede gewesen.
Im Gespräch mit dem britischen Magazin Autocar erklärte Döllner, Audi setze bei seinem neuen Einstieg in die Elektromobilität auf Konzernplattformen. Die Technik dürfte aus dem MEB-Baukasten stammen, der auch bei Volkswagen, Skoda und Cupra zum Einsatz kommt. Unterschiede soll es bei Antrieb, Leistung und digitalen Funktionen geben. Döllner sprach von einem „eigenständigen Konzept“, das sich eng an einem Crossover orientieren könnte. Als Einstiegspreis werden umgerechnet rund 40.000 Euro erwartet.
Die Ankündigung ist auch ein Signal. Denn zuletzt stockte die Elektrifizierung bei Audi. Der Q6 e-tron kam deutlich später als geplant auf den Markt, der A6 e-tron ebenfalls. Ursachen waren Softwareprobleme und Engpässe bei der Batterieversorgung. In Brüssel läuft zudem die Produktion des Q8 e-tron aus. Parallel baut Audi Stellen ab – bis 2029 sollen es 7.500 in Deutschland sein.
Döllner sieht im neuen Modell einen wichtigen Schritt: Es sei gesund, bei Einstiegsmodellen auf gemeinsame Plattformen zu setzen. Die Produktion in Ingolstadt soll den Wandel bei Audi greifbar machen.
Audi ist als Premiumhersteller, der höhere Absatzzahlen als die Schwester Porsche verzeichnet, aufgrund der in den letzten Jahren hohen Marge ein wichtiger Bestandteil im Volkswagen-Konzern. Es ist wichtig, dass der Autobauer bei der Elektrifizierung des Portfolios nun anscheinend vorankommt. Die Volkswagen-Vorzüge sind inzwischen wieder spannend. Lesen Sie hier, ob sich ein Einstieg bereits lohnt.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz..