Die Ölpreise sind am Ende einer turbulenten Woche erneut deutlich unter Druck geraten. Über elf Prozent fiel der Preis für eine Barrel Brent-Öl. Hauptgrund für den Kursrutscher sind nach wie vor die Turbulenzen am Finanzmarkt. Das zuletzt eingetrübte Chartbild hat sich damit weiter eingetrübt.
Am Freitag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai 72,26 Dollar. Das waren 2,38 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur April-Lieferung sank um 2,09 auf 66,20 Dollar. Beide Preise fielen zeitweise auf den tiefsten Stand seit Ende 2021.
Die Ölpreise haben eine Woche mit hohen Verlusten hinter sich. Die Finanzmarktturbulenzen sorgen für Verunsicherung. So scheint sich die Krise der Regionalbanken in den USA noch zu verschärfen. Zudem geriet die Schweizer Großbank Credit Suisse am Freitag trotz eines milliardenschweren Stützungspakets der Notenbank an der Börse erneut unter Druck. Die Turbulenzen können auch die konjunkturelle Entwicklung belasten. Dies dämpft die Nachfrage nach Rohöl.
"Wir erachten diesen Preiseinbruch als übertrieben und in erster Linie spekulativ getrieben", schreiben die Commerzbank-Experten in einem Kommentar. Man erwarte eine Unterversorgung am Ölmarkt in der zweiten Jahreshälfte. Dazu dürfte auch die Erholung der Nachfrage in China einen Beitrag leisten.
Der Abwärtsdruck am Ölmarkt infolge der Turbulenzen bei den US-Banken bleibt bestehen. Aus technischer Sicht ist Öl der Nordseesorte Brent aus einer Dreiecksformation nach unten ausgebrochen und rutscht zudem unter die Unterstützung am 52-Wochen-Tief bei 75,16 Dollar. Der Unterstützungsbereich um 70 Dollar, an dem im Moment auch der GD200 (auf Wochenbasis) verläuft, dürfte jetzt das nächste Abwärtsziel sein. Anleger sollten in diesem Sektor vorsichtig bleiben.
Gewinne sind immer möglich – es kommt einfach nur auf den richtigen Einstiegszeitpunkt und die passende Strategie an. Fundierte Anhaltspunkte für den optimalen Einstieg kann die Charttechnik liefern. Der Technische Analyst Timo Nützel veröffentlicht mehrfach pro Woche eine neue Ausgabe.
(Mit Material von dpa-AFX)