DAX & Co: Fed-Entscheidung belastet nachhaltig – BASF, Befesa und Elmos im Fokus

DAX & Co: Fed-Entscheidung belastet nachhaltig – BASF, Befesa und Elmos im Fokus
Foto: NikoNomad/Shutterstock
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Fabian Strebin 21.09.2023 Fabian Strebin

Hohe Zinsen für längere Zeit haben den Anlegern am deutschen Aktienmarkt die Laune verdorben. Die Zinssignale der US-Notenbank Fed hatten am Vorabend bereits an den US-Börsen für Verluste gesorgt, die sich an diesem Donnerstag fortsetzen. Einzelwerte legten heute gegen den Trend dennoch zu.

Die Aussicht auf hohe Zinsen für längere Zeit hat den Anlegern am Donnerstag die Stimmung vermiest. Der DAX ging 1,33 Prozent tiefer bei 15.571,86 Punkten aus dem Handel. Zeitweise sackte der deutsche Leitindex auf den tiefsten Stand seit Mitte August und näherte sich dem unteren Ende seiner jüngsten Handelsspanne zwischen etwa 15.500 und 16.000 Punkten. Die US-Notenbank Fed und andere wichtige Notenbanken dürften den Zinsgipfel zwar bald erreicht haben, die Tür für weitere Straffungen blieb jedoch offen. Zinssenkungen sind also nicht in Sicht. Der MDAX büßte 2,24 Prozent auf 26.575,43 Zähler ein.

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DAX (WKN: 846900)

"Höher für länger" sei die schmerzhafte Zusammenfassung der Fed-Botschaft, schrieb Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar von Robomarkets. Es sei eine harte Landung für die Anleger gewesen, die auf baldige Zinssenkungen spekuliert hatten. Stattdessen signalisierte die Fed für das laufende Jahr eine weitere Zinsanhebung, tastete ihren Leitzins am Mittwochabend aber wie erwartet nicht an. Auch die Bank of England und die Schweizerische Nationalbank SNB hoben ihre Zinsen am Donnerstag nicht weiter an, die schwedische und die norwegische Notenbank hingegen schon.

Dies belastete vor allem Aktien jener Unternehmen, die besonders stark von der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung abhängen. So ging es insbesondere für Chemie- und Industriewerte, Unternehmen aus der Metallbranche und Autoaktien deutlich abwärts. BASF etwa verloren als DAX-Schlusslicht rund fünf Prozent, im MDAX zählten Thyssenkrupp , Aurubis und Befesa mit Verlusten zwischen 3,2 und 6,2 Prozent zu den größten Verlierern.

Nachrichten gab es unterdessen im Leitindex zu Bayer und der Deutschen Börse, während die Papiere der Merck KGaA von einer Analystenstudie gestützt wurden. Die US-Großstadt Chicago hat den Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer verklagt und fordert eine finanzielle Entschädigung wegen angeblicher Belastungen durch die seit Jahrzehnten verbotene Chemikalie PCB. Bayer weist die Vorwürfe zurück. "Diese nächste Klage ist keine wirkliche Überraschung", kommentierte ein Händler. Aber hilfreich sei die Nachricht auch nicht gerade. Die Aktie verlor 2,8 Prozent.

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BASF (WKN: BASF11)

Um 1,4 Prozent ging es für das Papier der Deutschen Börse abwärts. Die Ratingagentur S&P senkte die Kreditwürdigkeitseinstufung für den Börsenbetreiber leicht, nachdem sich dieser jüngst die Mehrheit an der SimCorp, einem Anbieter von Software für die Finanzindustrie, sicherte.

Created with Highcharts 9.1.2Deutsche Börse17. Okt14. Nov12. Dez9. Jan6. Feb6. Mär3. Apr1. Mai29. Mai26. Jun24. Jul21. Aug18. Sep155160165170175180185190
Deutsche Börse (WKN: 581005)

Der Anteilsschein der Merck KGaA hielt sich unterdessen stabil. Die US-Bank Citigroup rechnet mit einer Verbesserung der Aussichten für die Pharma-Sparte des Konzerns und sprach eine Kaufempfehlung aus.

Im SDAX profitierte die Elmos-Aktie von einer Studie von Warburg Research mit plus 5,6 Prozent. Warburg-Analyst Malte Schaumann hält insbesondere die jüngsten Kursverluste der Aktie nicht für gerechtfertigt, denn das Unternehmenswachstum dürfte mittelfristig hoch bleiben. Zudem dürften die überdurchschnittlich hohen Investitionen des Chipherstellers im kommenden Jahr voraussichtlich sinken. Das sollte ihm zufolge auch zu einer besseren Erzeugung freier Barmittel führen.

Created with Highcharts 9.1.2Elmos Semiconductor17. Okt14. Nov12. Dez9. Jan6. Feb6. Mär3. Apr1. Mai29. Mai26. Jun24. Jul21. Aug18. Sep30405060708090100
Elmos Semiconductor (WKN: 567710)

Die Kurse deutscher Bundesanleihen haben am Donnerstag ein wenig nachgegeben. An einem Tag mit sehr vielen Notenbankentscheidungen fiel der richtungsweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future um 0,08 Prozent auf 129,50 Punkte. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen lag bei 2,73 Prozent.

Mit Material von dpa-AFX.

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