Es sah gut aus – allerdings nur für wenige Stunden. Am Freitag vergangener Woche schaffte es der Silberpreis erstmals seit der Wahl von Donald Trump über die Marke von 32,50 Dollar auszubrechen. Der Ausbruch über diesen signifikanten Widerstand lockte sofort neues Kapital an, Silber kletterte umgehend deutlich über 33 Dollar. Nur am anschließend wieder komplett abverkauft zu werden.
Der Druck kam vor allem über den Goldpreis. Das Edelmetall kannte in den Wochen zuvor praktisch nur eine Richtung: die nach oben. Alle technischen Parameter wiesen bei Gold daraufhin, dass das Edelmetall überkauft war (und noch ist). Das entlud sich am Freitag in einem Minus von mehr als 40 Dollar. Dagegen konnte sich dann auch der Silberpreis nicht stemmen. Die Gewinne schmolzen und am Ende stand ein Minus. Der Silberpreis schloss erneut unter der Marke von 32,50 Dollar.
Begleitet wurde das Ganze auch von einem Abverkauf bei den Minenaktien. Fairerweise muss man aber sagen: Die Minen verzeichneten bislang einen starken Jahresauftakt. Doch am Freitag wurden die Papiere nach unten durchgereicht. Auch Highflyer wie Agnico Eagle waren davon betroffen. Zwar meldete Agnico Eagle im Vorfeld ein weiteres starkes Quartal und enorm starke Jahreszahlen, doch der Ausblick für das laufende Jahr wurde marginal gesenkt. Daran störte sich der Markt – oder besser gesagt: Der Markt suchte einen Anlass, auch bei Agnico etwas Luft abzulassen und fand diesen Grund schließlich in der leicht reduzierten Prognose.

Der Freitag war sicherlich alles andere als berauschend – insbesondere für den Silbersektor. Bislang könnte sich das Ganze als eine der größten Bullenfallen des noch jungen Jahres 2025 entpuppen. Noch ist sicherlich nicht alles verloren, insbesondere da sich bislang keine Anschlussverluste zeigen. Doch die Silberbullen haben einen harten Rückschlag erlitten. Wer auf spekulative Longpositionen setzen will, sollte zunächst einen erneuten Anstieg Richtung 33 Dollar abwarten.