Die Deutsche Bank hat 2022 offiziell ihre letzte große Umstrukturierung abgeschlossen. Seitdem gibt es laufend natürlich noch Anpassungen, zum Beispiel bei den Kosten. Diese könnten wieder zum Problem für das Finanzinstitut werden.
Laut der Financial Times gab es bei der Deutschen Bank in den vergangenen drei Jahren so viele Neueinstellungen, dass die Stellenstreichungen im Rahmen des Umbaus der Bank bis 2022 dadurch fast wieder aufgehoben wurden. Zwar gelang es dem Vorstand seit Ende 2018, die nicht zinsabhängigen Kosten um zwei Prozent zu senken und gleichzeitig die Erträge um 19 Prozent nach oben zu fahren.
Aber das damals ausgegebene Kostenziel musste seit 2021 ganze fünfmal geändert und damit abgeschwächt werden. Die 2019 eingeleiteten Stellenstreichungen sollten zum Wegfall von 18.000 Stellen führen, sodass dann bei der Bank noch 92.000 Menschen gearbeitet hätten. Allerdings war das Minimum schon Ende 2021 bei nur 83.000 Mitarbeitern erreicht. Seitdem wurden wieder Tausende neue Stellen geschaffen.
Mittlerweile arbeiten bei der Deutschen Bank wieder fast 90.000 Menschen. Obwohl der Konzern Milliarden in die IT-Infrastruktur investierte, um Arbeitsabläufe und Aufgaben zu automatisieren, sollen laut der Financial Times vor allem im Back-Office neue Jobs entstanden sein.
In den Abteilungen Personalwesen, Betrieb, Risikomanagement, Compliance, IT, Recht und Kommunikation arbeiteten Ende letzten Jahres 58.000 Mitarbeiter, verglichen mit 52.000 Ende 2022. Laut Bankberichten hat sich die Zahl der Front-Office-Mitarbeiter seit Sewings Amtsantritt halbiert und liegt nun bei 32.000, während die Anzahl der Back-Office-Kräfte fast auf 58.000 verdoppelt wurde.
Der Konzern teilte der Zeitung mit, dass die jährlichen Angaben zur Mitarbeiterzahl vor 2022 nicht mit den aktuellen Zahlen vergleichbar seien, da die Methodik mehrfach angepasst wurde. So wurden Stellen, die zuvor als Front-Office gezählt wurden, nun als Back-Office-Positionen umklassifiziert. Auch seien teure externe IT-Dienstleister durch eigene Mitarbeiter ersetzt worden.
Vergangenes Jahr hatte CEO Christian Sewing pro Quartal Kosten von fünf Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Nun müssen er und sein Team zeigen, dass dieses Ziel auch dauerhaft zu erreichen ist. Wettbewerber schaffen es seit Jahren, deutlich effizienter zu wirtschaften.
Die Aktie kratzt heute im Intraday-Handel an der Marke von 20,00 Euro, die zuletzt vor zehn Jahren erreicht wurde. Das Potenzial dürfte nun begrenzt sein. Investierte bleiben mit Stopp bei 16,15 Euro dabei und sichern sich die Dividende im Mai.