Die Aktie der Deutschen Bank profitiert heute von Rückenwind für den Gesamtsektor in Europa und probt den charttechnischen Ausbruch. Ende Januar hatte dies vorerst nicht geklappt. Damit stellt sich die Frage, welche Erwartungen der Markt bei dem Finanzinstitut für 2025 hat.
Der Euro-Stoxx-Banks erlebt einen der besten Jahresstarts überhaupt. Der Februar ist noch nicht zu Ende, und das Branchenbarometer kratzt an einem Jahresplus von 20 Prozent. Die Deutsche Bank liegt mit 16,9 Prozent ebenfalls deutlich im Plus für 2025. Allerdings gehört die Aktie damit nicht zur Spitzengruppe, denn der Überflieger ist derzeit die französische Société Générale, die im laufenden Jahr bereits mehr als 35 Prozent gewonnen hat.
Insgesamt dürfte die Aktie der Deutschen Bank von denselben Trends profitieren wie die Wettbewerber der Branche, auch wenn die jüngsten Quartalszahlen durchwachsen ausfielen. Da unsicher ist, ob die Zinswende im aktuellen Tempo weitergeht, könnten die Nettozinserträge doch stärker steigen als zuletzt gedacht. Die Analystengemeinde hat nach 13,1 Milliarden Euro für das vergangene Jahr nun für 2025 bereits 13,4 Milliarden Euro auf dem Zettel. Im kommenden Jahr könnten es laut Konsensschätzung bereits 13,5 Milliarden Euro sein.
Größere Zuwächse werden allerdings im Investmentbanking erwartet. Seit mehreren Quartalen läuft es in dieser Sparte nicht nur bei der Deutschen Bank sehr gut. Mit Donald Trump zurück im Weißen Haus stehen die Chancen gut, dass es zu weniger Regulierung bei Finanzinstituten kommt. Außerdem dürfte das M&A-Geschäft sowie Börsengänge deutlich anziehen.
Bei der Deutschen Bank setzte die Investmentbank zuletzt 10,6 Milliarden Euro um. Im laufenden Jahr sollen die Erträge 11,3 Milliarden Euro erreichen, 2026 dann 11,4 Milliarden Euro. Endlich in Schwung kommen soll, wenn es nach den aktuellen Prognosen der Analysten geht, auch die Privatkundensparte. Sie hatte 2024 9,4 Milliarden Euro erlöst, 2025 sollen es bereits 9,8 Milliarden Euro sein.
Die Bewertung mit einem KGV von 7 ist derzeit günstiger als die Peergroup, und die Aktie hat heute einen Ausbruchsversuch über die obere Trendkanal-Grenze bei 19,75 Euro gestartet. Gelingt es, diese Hürde zu knacken, wäre das ein neues Kaufsignal. Bis dahin drängt sich jedoch kein Neueinstieg auf. Investierte bleiben dabei.