Die Deutsche Pfandbriefbank stürzt immer weiter ab. Am vergangenen Freitag schloss die Aktie erneut auf einem neuen Allzeittief. Die Krise bei US-Gewerbeimmobilien hat das Geldhaus fest im Griff. Auch bei der Commerzbank fragen sich Anleger, wie hoch das Risiko durch Investitionen in diesen Sektor ist.
Wenn die Angst grassiert, dann kann es ganz schnell gehen an der Börse. Das ist derzeit bei der Notierung der Deutschen Pfandbriefbank zu beobachten. Der Spezialfinanzierer für Gewerbeimmobilien ging aus der 2009 verstaatlichten Pleitebank Hypo Real Estate hervor. 2015 erfolgte dann der Börsengang. Die Bank lieferte über Jahre hinweg solide Ergebnisse und attraktive Renditen für Anleger.
Da die Margen in Deutschland und Europa im Kontext der sinkenden Zinsen in den 2010er-Jahren immer mehr sanken, suchte man sein Heil im US-Markt. Das wird dem Konzern nun zum Verhängnis, denn rund 15 Prozent des Portfolios sind am US-Gewerbeimmobilienmarkt investiert und der kriselt aktuell gewaltig.
Wie sieht die Lage nun bei der Commerzbank aus? Das gewerbliche Immobilienportfolio des Finanzinstitutes hat insgesamt ein Volumen von neun Milliarden Euro. Davon entfallen 3,3 Milliarden Euro auf Büroimmobilien, das Marktsegment in den USA, das derzeit die größten Sorgen macht. Für die Commerzbank ist das aber kein Problem, denn weder bei Büroimmobilien noch in einem anderen Segment ist man überhaupt in den USA investiert. Mehr als 99 Prozent der vergebenen Kredite des Gewerbeimmobilien-Portfolios beziehen sich auf Deutschland.
Bei der Commerzbank kann also Entwarnung gegeben werden, denn direkt engagiert am Markt für US-Gewerbeimmobilien oder Büroimmobilien ist das Geldhaus nicht. Natürlich können mittelfristig Ansteckungseffekte nicht ausgeschlossen werden, aber aktuell konzentriert sich der Markt auf Institute wie die Pfandbriefbank, die unmittelbar betroffen sind.
Die Zahlenvorlage am letzten Donnerstag hat bei der Aktie zu einem Kurssprung geführt, die 100-Tage-Linie bei 10,72 Euro und die 50-Tage-Linie bei 10,87 Euro wurden geknackt. Am Freitag schloss das Papier indes unter dem GD50. Bei 11,15 Euro würde zudem der Ende Januar gerissen Aufwärtstrend liegen.
DER AKTIONÄR bleibt für die mittelfristige Entwicklung weiterhin positiv gestimmt. Kurzfristig ist die Aktie aber auch aufgrund der Chartsituation nur eine Halteposition.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank