Die Commerzbank-Aktie stabilisiert sich auf niedrigem Niveau. Die Hängepartie für den Bankensektor in der Eurozone durch die Neuwahlen in Frankreich geht weiter. Derweil lässt ein Projekt der Konkurrentin ING Group aufhorchen, das auch die Commerzbank unter Zugzwang setzen dürfte.
Im Vormittagshandel kann der DAX 0,6 Prozent zulegen und zieht auch die Commerzbank-Papiere mit nach oben. Diese können sich über der Marke von 14,00 Euro festsetzen. Die 50-Tage-Linie bei 14,34 Euro wurde indes noch nicht wieder überwunden. Hier liegt der nächste Widerstand und die Hürde für einen positiven Impuls im Chartbild.
Insgesamt ist die Entwicklung im europäischen Bankensektor immer noch gedämpft, denn die Angst vor den Neuwahlen in Frankreich und einer Regierung unter der Führung des Rassemblement National von Marie Le Pen sind groß. Die Spreads bei den Anleiherenditen zwischen Frankreich und Deutschland haben sich in den vergangenen Tagen ebenfalls auseinander bewegt.
Diese Woche beschäftigt aber noch ein anderes Thema die Branche: Die niederländische ING will eine Art Instant-Baufinanzierung bis 2027 auf den Markt bringen. Kunden sollen in der Bank-App innerhalb von zehn Minuten ein Hypothekendarlehen abschließen können. Das wäre eine Revolution und könnte bei der ING zu größeren Kosteneinsparungen führen.
Bei Konsumentenkrediten gibt es dieses Verfahren schon, bei der Baufinanzierung bisher noch nicht. Technisch möglich ist es aber wohl, wie die ING-Tochter Interhyp bereits 2021 zeigte. Damit könnte die ING einen Vorteil haben, denn bereits jetzt läuft rund die Hälfte der Hypothekenkreditvergabe nicht mehr über Finanzinstitute, sondern über Vermittler-Plattformen im Internet.
Ob es sich wirklich um einen Gamechanger handelt, muss ich noch zeigen. Bisher ist auch ein konkreter Zeitplan nicht bekannt. Konkurrenten wie die Commerzbank sollten das jedenfalls genau beobachten. Die Aktie bleibt eine Halteposition.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.
Der Vorstand der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Leon Müller, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank