Nach einem Bericht der SZ zieht der Münchner Versicherer den Schlussstrich ein ehrgeiziges Projekt. Seit 2018 hatte die Allianz ihre eigene Software Allianz Betriebssystem (ABS) auch anderen Versicherern angeboten und damit im Konzert der Softwaregrößen mitspielen wollen. Das Geschäftsmodell hat sich am Markt allerdings nicht durchgesetzt.
Wie die SZ berichtet, hat das eigens dafür gegründete Softwareunternehmen Syncier höchstens zehn andere Versicherer für ABS gewinnen können, darunter die Versicherungsgruppe Frankfurter Leben, die Wiesbadener Athora, und eine Reihe von österreichischen Versicherern.
Die Allianz hatte den Konkurrenzkampf mit Unternehmen wie MSG, IBM und SAP aufgenommen, die Standardprogramme entwickeln. Diesen Kampf haben die Münchner offensichtlich nicht für sich entscheiden können.
Laut SZ will die Allianz das Projekt für neue Kunden nicht weiterführen. Einfach einstellen kann sie das Geschäft wahrscheinlich nicht, da sich die Kunden von Syncier auf eine langjährige Partnerschaft verlassen.
Große Auswirkungen auf die GuV der Allianz wird das Scheitern der Strategie allerdings auch nicht haben. Im Moment spielt eher die Entwicklung der Kapitalmarktzinsen und der Aktienmärkte eine Rolle. Von dort gab es zuletzt Rückenwind, vor allem was die Zinsentwicklung betrifft. Das verschafft der Allianz mehr Erträge und eine bessere Kapitalausstattung.
Sowohl fundamental als auch charttechnisch betrachtet gibt es keine Gründe an der Allianz-Aktie zu zweifeln. Der Versicherer bleibt ein Basisinvestment.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Allianz.