Der Goldpreis hat in der letzten Woche spürbar Federn gelassen. Für die Analysten der Schweizer UBS ist das allerdings kein Grund, das Edelmetall über Bord zu werfen – im Gegenteil: Gerade jetzt sei ein guter Zeitpunkt zum Kauf. Denn die Unsicherheit dürfte in den kommenden Wochen zunehmen.
Die Experten haben dabei vor allem die nahende US-Präsidentschaftswahl am 3. November im Blick. Deren Ausgang sei „alles andere als sicher“ und der Hauptgrund, warum Gold vom aktuellen Niveau aus wieder in den Rallye-Modus wechseln könnte, so Mark Haefele, Chief Investment Officer der UBS.
Möglich sei auch, dass das Wahlergebnis angefochten wird – Donald Trump hatte bereits entsprechende Andeutungen gemacht. Dies könnte die Volatilität zusätzlich erhöhen und die Nachfrage nach „sicheren Häfen“ wie Gold zusätzlich anfachen.
Die UBS-Analysten halten eine „Blue Wave“, bei der Demokrat Joe Biden nicht nur die Wahl gewinnt, sondern auch eine Mehrheit im Parlament hinter sich hat, mit 50 Prozent derzeit für das wahrscheinlichste Szenario. Auf Rang 2 mit einer Wahrscheinlichkeit von 35 Prozent folgt eine Fortsetzung des Status Quo mit Trump als Präsident und einem geteilten Kongress.
Corona, China, Zinsen – alles spricht für Gold
Neben der US-Wahl könnten jedoch auch neue Corona-Sorgen, die gigantischen Hilfspakete der Regierungen und die aufflammenden Spannungen zwischen den USA und China die Risikobereitschaft der Anleger schmälern und Gold als „sicherem Hafen“ Rückenwind verleihen, so Haefele. Die Äußerungen der US-Notenbank Fed zu anhaltend niedrigen Zinsen wertet der Experte ebenfalls positiv für den Goldpreis.
Auch DER AKTIONÄR sieht in den kommenden Wochen eine höhere Unsicherheit mit Blick auf die nahende US-Präsidentschaftswahl. Dies sollte den Goldpreis beflügeln. Für Anleger bietet die Konsolidierung daher eine Chance, ihre Positionen auszubauen.