Die Ausdehnung der Geschäftsbereiche der großen Tech-Konzerne kennt scheinbar kein Ende. Übernahmen, Investitionen und Eigenentwicklungen verwischen dabei die Grenzen zwischen den einzelnen Konzernen – und so langsam wird auch die Konkurrenz zwischen Apple und Facebook größer.
Eigentlich konkurrieren der einstige Hardware-Hersteller und das einstige Sozial-Media-Unternehmen schon länger – und zwar um Nutzerdaten. Zuletzt machte hier beispielsweise der Streit aufgrund von Apples neuer Tracking-Transparenz Schlagzeilen. Facebook-CEO Zuckerberg sprach sogar bereits im Januar im Rahmen der Q4-Konferenz von Apple als einer der „größten Konkurrenten“.
Doch mittlerweile wird auch im Vordergrund gekämpft, wie die am Montag angekündigten iPhone-Funktionen zeigen. Denn mit dem Start von iOS 15 sollen in diesem Herbst neue „Social Features“ auf dem iPhone Einzug halten. Videotelefonie via Facetime soll dann auch mit Android-Nutzern möglich sein und um „SharePlay“ erweitert werden, eine Funktion die das gemeinsame Schauen von Filmen oder Musik ermöglicht. Gleichzeitig soll es einfacher werden innerhalb von iMessage Fotos, Links oder Musik zu teilen.
„IMessage ist der Dreh- und Angelpunkt ihres Ökosystems. Es kommt vorinstalliert auf jedem iPhone und sie bevorzugen es mit privaten APIs und Zulassungsbeschränkungen“, sagte Zuckerberg im Januar. Hohe Marktanteile bei den Instant-Messengern sind aber entscheidend für die künftige Strategie von Facebook, denn die Kommunikations-Tools dienen schon längst nicht mehr nur der privaten Kommunikation. So plant Facebook WhatsApp zur Schnittstelle zwischen Unternehmen und ihren Kunden zu machen. Dabei geht es nicht nur um Kundendienste, sondern ganz klar auch um E-Commerce.
Es wunder daher nicht, dass Zuckerberg in einem Post am Montag in Richtung Apple stänkerte: „Falls wir Umsatzbeteiligungen einfordern, wird es weniger sein als die 30 Prozent, die Apple oder andere behalten.“ Zudem betonte er, dass Online Events oder Zugang zu den News-Angeboten von Facebook bis 2023 kostenlos bleiben werden.
Noch drückt der sich ausweitende Wettbewerb nicht direkt auf die operativen Geschäfte und sowohl Apple als auch Facebook können in ihren jeweiligen Kerngeschäften weiterwachsen. Die Zukunft im Messenger-Bereich dürfte jedoch für Anleger beider Tech-Riesen spannend werden.
Hinweis auf Interessenkonflikt:
Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren: Apple.