Bereits seit mehreren Quartalen hoffen die konjunkturabhängigen Chemieriesen wie Covestro, BASF oder Evonik darauf, dass die chinesische Volkswirtschaft endlich wieder Schwung aufnimmt. Doch noch immer stockt dort der Wachstumsmotor. Und laut den neuesten Prognosen des IWF, dürfte sich daran im kommenden Jahr wenig ändern.
Der Internationale Währungsfonds hat zwar am gestrigen Dienstag die Wachstumsprognose für das chinesische Bruttoinlandsprodukt für das laufende Jahr auf 5,4 Prozent etwas erhöht. Gleichzeitig warnten die Experten aber davor, dass die Probleme am Immobilienmarkt Chinas weiterhin anhalten dürften. Aufgrund dieser sowie der "gedämpften Auslandsnachfrage" rechnet der IWF damit, dass China 2024 nur noch mit 4,6 Prozent wachsen wird.
Die erste stellvertretende geschäftsführende Direktorin des IWF, Gita Gopinath, erklärte im Exklusivinterview mit CNBC, dass bei Immobilien "der Druck bestehen bleibt". Sie betonte zudem: "Der Markt ist nach wie vor sehr angespannt. Der Markt ist nach wie vor schwach. Das wird nicht so schnell vorbei sein. Es wird noch einige Zeit dauern, bis wir wieder zu einer nachhaltigeren Größe übergegangen sind."
Auch im kommenden Jahr dürfte China deshalb nur für begrenzten Schwung bei den großen Chemieunternehmen sorgen können. Evonik, Covestro und BASF müssen also darauf hoffen, dass die Volkswirtschaften in Europa und Amerika wieder nachhaltig Fahrt aufnehmen werden. Immerhin könnte es dabei allmählich wieder Rückenwind von Seiten der Notenbanken geben, die nach den – leider notwendigen – rigorosen Zinsanhebungen der vergangenen Monate nun eine Pause einlegen und womöglich 2024 wieder etwas expansiver werden könnten.
Das Marktumfeld für die großen Chemiekonzerne dürfte herausfordernd bleiben. Auf den aktuell sehr günstigen Bewertungsniveaus sollte dies aber mittlerweile längst eingepreist sein. Mutige können bei Evonik (Stopp: 15,00 Euro) oder BASF (Stopp: 36,00) daher auf eine Gegenbewegung spekulieren. Bei Covestro steht indes weiterhin die mögliche Übernahme durch Adnoc im Mittelpunkt des Interesses.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF.