++ Neue Hochs, neue Chancen ++

Apple Keynote Event im September: 1.399 Dollar – Apples teuerster Herbst

Apple Keynote Event im September: 1.399 Dollar – Apples teuerster Herbst
Foto: Jonathan Raa/NurPhoto/picture alliance
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Ingo Nix Heute, 10:02 Ingo Nix
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Einen genauen Termin hat Apple bislang nicht bestätigt. Bloomberg-Reporter Mark Gurman hält Mittwoch, den 9. September für den wahrscheinlichsten Tag, möglich ist auch Dienstag, der 8. September. Die Einladung dürfte entsprechend in den letzten Augusttagen kommen, am 25. oder 26. August. Die Vorbestellungen wären regulär am Freitag nach der Keynote fällig, also am 11. September; wegen des Datums verschiebt Apple sie wohl auf Samstag, den 12. September. Verkaufsstart wäre dann der 18. September.

Auf der Bühne stehen dürften: iPhone 18 Pro und Pro Max, das faltbare Modell, dazu Apple Watch Series 12 und Ultra 4 – eine Neuauflage der günstigen SE ist für dieses Jahr nicht geplant. Beim Pro sind eine variable Blende im Hauptobjektiv und der A20-Pro-Chip aus der 2-Nanometer-Fertigung im Gespräch. Die Heimgeräte – neuer Apple TV, überarbeiteter HomePod mini und der Home-Hub mit rund sieben Zoll großem quadratischem Display – sind für den Herbst gesetzt, könnten aber auf einen zweiten Termin im Oktober oder November rutschen; der Umbau der Apple Stores spricht dafür, dass sie kommen, nicht dafür, wann.

Bemerkenswert ist, was im September fehlt: Das Standard-iPhone 18, das günstige 18e und ein zweites Air-Modell rutschen ins Frühjahr 2027. Der Herbst wird damit ein reiner Premium-Zyklus – das günstigste neue iPhone dürfte je nach Schätzung zwischen 1.199 und 1.399 Dollar starten. Es ist zugleich der erste Auftritt von John Ternus als Vorstandschef. 

Wie das faltbare iPhone aussehen soll

Die Bauform ist ein Buch, kein Klapphandy: außen ein Bildschirm von rund 5,5 Zoll, aufgeklappt rund 7,8 Zoll – etwa die Fläche eines iPad mini. Die Angaben schwanken je nach Quelle, andere Berichte nennen 5,3 und 7,6 Zoll. Wegen des breiten Seitenverhältnisses hat sich in der Szene der Begriff „Passport-Format" etabliert. Aufgeklappt soll das Gerät nur 4,5 bis 4,8 Millimeter messen und damit dünner sein als das iPhone Air, zugeklappt rund neun bis 9,5 Millimeter.

Zwei Dinge sind technisch entscheidend. Erstens die Falte in der Bildschirmmitte, das größte Ärgernis der bisherigen Gerätegeneration: Apple soll sie den Berichten zufolge auf eine Tiefe unter 0,15 Millimeter gedrückt haben, unter anderem über ein Scharnier aus Titan und Flüssigmetall. Zweitens der Platz: Für die Face-ID-Sensorik ist im dünnen Gehäuse kein Raum, deshalb kehrt Touch ID im Seitenknopf zurück. Auf der Rückseite bleiben nur zwei Kameras statt der drei des Pro-Modells, ein Teleobjektiv fehlt. Intern heißt das Gerät schlicht „Ultra", was nicht zwingend der Marktname wird.

Was der Preisaufschlag ausgleichen soll

Speicherchips sind das Problem. Bereits Tim Cook nannte den Preisanstieg im Juli eine Jahrhundertflut und räumte ein, Apple habe die Preise für Mac und iPad im Juni widerwillig angehoben. Nun folgt das iPhone. Mark Gurman rechnet mit 100 bis 200 Dollar Aufschlag je Gerät, Analyst Jeff Pu wegen der Kosten für DRAM, NAND und den A20-Pro-Chip sogar mit 250 bis 300 Dollar – das entspräche einem Startpreis von 1.349 bis 1.399 Dollar. Das faltbare Modell dürfte bei rund 2.000 Dollar starten, Ming-Chi Kuo hält 2.300 bis 2.500 Dollar für möglich. Morgan Stanley rechnet in einer Analystennotiz vor, dass die Speicherkosten je Pro-Gerät im Geschäftsjahr 2027 um 140 bis 160 Dollar steigen – selbst 200 Dollar mehr auf dem Preisschild brächten also nur rund 30 Prozent Grenzmarge – gegen gut 40 Prozent im Schnitt der vergangenen drei Jahre.

Die Zahlen im Kontext

Im dritten Geschäftsquartal bis zum 27. Juni setzte Apple 109,4 Milliarden Dollar um, 16 Prozent mehr als im Vorjahr, davon 54,3 Milliarden Dollar mit dem iPhone. Die Bruttomarge lag bei 50,1 Prozent, darin rund zwei Prozentpunkte aus Zollrückerstattungen – ein Einmaleffekt. Für das laufende Quartal stellt der Konzern selbst nur noch neun bis elf Prozent Wachstum in Aussicht und eine Bruttomarge von 47 bis 48 Prozent – darin steckt allerdings erneut rund ein Prozentpunkt aus Zollrückerstattungen. Bereinigt stehen damit gut 48 Prozent gegen 46 bis 47 Prozent. Auf ein Quartalsumsatzniveau von rund 100 Milliarden Dollar gerechnet, entsprechen die fehlenden ein bis zwei Prozentpunkte ein bis zwei Milliarden Dollar Rohertrag je Quartal.

Apple (WKN: 865985)

Was der Markt erwartet

Die Schätzungen liegen weit auseinander, und der Grund ist die Stückzahl. Ming-Chi Kuo erwartete für das zweite Halbjahr zunächst nur sieben bis acht Millionen gefertigte Foldables, im laufenden Quartal sogar bloß 0,5 bis eine Million – gegen 20 bis 22 Millionen Pro-Geräte im selben Zeitraum. Inzwischen hat Apple die Vorgabe an die Zulieferer laut Gurman auf rund zehn Millionen Einheiten für dieses Jahr angehoben. Rothschild Redburn sieht 14 Millionen Einheiten im Geschäftsjahr 2027 und einen um elf Prozent höheren Durchschnittspreis je iPhone. Counterpoint traut Apple im ersten Jahr rund ein Viertel des gesamten Faltmarktes zu.

Höhere Preise treffen auf einen Kunden, der bereits ausweicht. Qualcomm-Chef Cristiano Amon beschreibt eine Verschiebung ins untere Ende des Premiumsegments und zum Vorjahresmodell. KeyBanc argumentiert, dass US-Mobilfunkanbieter ihre Gerätesubventionen zurückfahren und sich die Ersatzzyklen dadurch verlängern – was am Ende auch das Servicegeschäft bremst. Dazu die Menge: Cook erwartet für das September-Quartal spürbare Lieferengpässe bei iPhone, iPad und Mac, Auslöser ist die Verfügbarkeit von Speicher und modernen Fertigungsknoten. Preis hoch, Stückzahl begrenzt – das ist die Kombination, die einen Produktzyklus kippen lässt.

Bei rund 309 Dollar wird Apple mit dem 35-Fachen des zuletzt verdienten Gewinns bewertet, dem 34-Fachen der Schätzung für das kommende Geschäftsjahr, der Börsenwert liegt bei 4,5 Billionen Dollar. Das ist der Preis eines Superzyklus, nicht der eines Jahres mit sinkender Marge und knapper Ware. Drei Punkte entscheiden: ob der höhere Durchschnittspreis die Stückzahl trägt, ob die Bruttomarge im Frühjahr zurückkehrt, und ob aus dem faltbaren Gerät eine Kategorie wird statt eines Prestigeobjekts.

Die Termine: Einladung voraussichtlich noch im August, Keynote am 8. oder 9. September, Vorbestellungen am 12. September, Verkaufsstart rund um den 18. September, Zahlen zum Schlussquartal Ende Oktober.

DER AKTIONÄR hat eine laufende Empfehlung für Apple mit Kursziel 320 Euro und einen Stopp bei 215 Euro.  

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Apple.

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