Die Aktie der Commerzbank stabilisiert sich auf niedrigem Niveau, wichtige Unterstützungen wurden aber gerissen. Auch ein Analystenkommentar hilft da nicht. Derweil gibt es zur polnischen mBank Neuigkeiten.
Die US-Bank JPMorgan hat das Kursziel für Commerzbank von 6,80 auf 6,10 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Neutral" belassen. Damit liegt der Zielkurs aber immer noch deutlich über dem aktuellen Niveau. Analyst Kian Abouhossein kürzte seine Schätzungen für den bereinigten Gewinn je Aktie der Deutschen Bank und der Commerzbank bis 2022. Damit reflektiere er das herausfordernde Konjunkturumfeld in Europa, schwache Zuflüsse in der Vermögensverwaltung, die bislang negative Kursentwicklung in diesem Jahr sowie niedrigere Zinsen.
Den Kurs der polnischen Tochter mBank hat gestern eine Meldung unter Druck gesetzt, dass der geplante Verkauf vor dem Aus stehe. DER AKTIONÄR berichtete über die Nachricht der polnischen Wirtschaftszeitung Puls Biznesu. Schon länger gab es Gerüchte, dass nur noch halbstaatliche Käufer aus Polen interessiert seien. Die Commerzbank hätte aber gerne an einen ausländischen Konkurrenten verkauft.
Bisher schien die Commerzbank von einer Veräußerung der polnischen Tochter um jeden Preis abgerückt zu sein. Davon sprach auch Finanzvorständin Bettina Orlopp im Interview mit dem AKTIONÄR. Durch den Anstieg der harten Kernkapitalquote (Eigenkapitalquote) Ende 2019 auf 13,4 Prozent wurde ein Polster von mehr als einer Milliarde Euro über dem Managementpuffer von 12,8 Prozent aufgebaut.
Zwar hat die Commerzbank bereits vergangenes Jahr die Risikovorsorge um 40 Prozent auf 620 Millionen Euro hochgefahren, aber das dürfte nicht ausreichen. Kommt es zu einer Rezession in Deutschland oder Europa, dann steigen die Kreditausfälle sprunghaft an. Bei der Commerzbank befinden sie sich derzeit auf einem unterdurchschnittlichen Niveau. Das überschüssige Eigenkapital könnte somit zur Verlustabsorption draufgehen. Die Finanzierung des Konzernumbaus wäre dann wieder ungewiss.
Die Aktie der Commerzbank präsentiert sich derzeit schwach, das Allzeittief ist nicht mehr weit entfernt. Anleger meiden die Papiere.
Mit Material von dpa-AFX.