Die Allianz wird ihre Ergebnisse für das dritte Quartal am 10. November präsentieren. Nach Einschätzung der Privatbank Berenberg sollte der Münchner Versicherer die Anleger nicht enttäuschen. Die Schadenersatzansprüche im Hinblick auf die Structured-Alpha-Affäre dürfte die Allianz wegstecken können.
Analyst Michael Huttner ist der Ansicht, dass starke Ergebnisse dazu beitragen werden, die Abwicklungskosten der Structured-Alpha-Schäden zu finanzieren. Er prognostiziert einen Anstieg der Solvency-II-Quote von 206 Prozent per Ende Juni auf 210 Prozent im dritten Quartal. Selbst unter der Annahme, dass alle ausstehenden Geschäfte der Allianz – Aviva Polen und Aviva Italien – im vierten Quartal abgeschlossen werden, sollte die Gruppe am Jahresende eine Quote von 206 Prozent aufweisen.
Dies würde bedeuten, dass die Allianz bis zu ihrem Mindestziel einer Solvency-II-Quote von 180 Prozent einen Puffer von rund zehn Milliarden Euro habe. Im Worst-Case dürfte die Beilegung der Structured-Alpha-Affäre rund 7,6 Milliarden Euro kosten.
Die andere große Sorge der Anleger ist die Inflation, die einerseits einen negativen Effekt auf das Nichtleben-Geschäft der Allianz haben dürfte. Für das deutsche Lebensversicherungsgeschäft ist sie aber andererseits positiv. Berenberg schätzt, dass eine Erhöhung des risikofreien Zinssatzes um 50 Basispunkte die Solvency-II-Quote von Allianz Leben von 246 auf 281 Prozent verbessern würde. Dies sollte Allianz Leben erlauben, mehr Dividende an die Gruppe auszuschütten.
Für Huttner ist dessen Worst-Case-Szenario für eine Beilegung der Structured-Alpha-Ansprüche im Kurs mehr als eingepreist. Er bekräftigt deshalb seine Kaufempfehlung mit Kursziel 254 Euro.
Die Allianz-Aktie hat sich von dem Rückschlag nach Bekanntwerden der Structured-Alpha-Affäre wieder erholt. DER AKTIONÄR sieht aber in dem Vorfall noch ein Risiko für die Aktie und wartet deshalb mit einer Neuempfehlung ab.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Allianz.