Die Angst vor den wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise ist nicht ähnlich groß wie die Sorge um die eigene Gesundheit. Deutschlands größter Wohnungskonzern hat heute Morgen ein Statement veröffentlicht, mit dem er seine Aktionäre beruhigen will. Die Jahresprognose wurde bestätigt und auf die ausreichende Liquidität hingewiesen.
"Das Unternehmen ist weiterhin sehr zuversichtlich, seine FFO-Prognose für 2020 und den Wertzuwachs im Jahresvergleich zu erreichen", heißt es in der Mail aus der Investor-Relations-Abteilung. Zu dem sei Vonovias Liquiditätslage sehr komfortabel und werde von den aktuellen Entwicklungen nicht beeinträchtigt.
Laut Unternehmen betrug der Nettoinventarwert 51,93 Euro pro Aktie zum 31. Dezember 2019 (ohne Berücksichtigung des zusätzlichen Werts des Betriebsplattform und des wertschöpfenden Geschäfts), was einem Bruttovermögenswert von 1.865 Euro pro Quadratmeter entspricht. "Die Corona-Pandemie führt unserer Ansicht nach zu keinen Änderungen dieser Werte. Die derzeitige Situation wird Angebot und Nachfrage nach Wohnraum nicht verändern, und daher sehen wir keinen Grund, warum sich die starke Nachfrage nach unseren Produkten im derzeitigen Umfeld ändern sollte", so Vonovia.
Die Gesellschaft bestätige daher die FFO-Prognose der Gruppe für 2020 in Höhe von 1.275 Millionen Euro bis 1.325 Millionen Euro. Nach Ansicht des Unternehmens ist das Wachstum der Marktmieten weitgehend immun gegen makroökonomische Auswirkungen. "Wir haben erlebt, dass während der Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009 die Marktmieten trotz des BIP-Rückgangs weiter gestiegen sind." Außerdem habe Vonovias Geschäftsmodell keine relevante Lieferkette, die unterbrochen werden könnte.
Zwar könne es bei der Fertigstellung einiger Investitionen für eine gewisse Zeit zu geringfügigen Verzögerungen kommen, diese würden aber mit der Zeit aufgeholt. Vonovia sehe sich aber auch verpflichtet, beispielsweise Mieter in Härtefällen zu schützen.
Wohnimmobilien-Aktien sollten im aktuellen Umfeld zu den defensiveren Werten zählen, sind aber auch vor weiteren Rückschlägen nicht gefeit. Langsam dürfte aber ein Boden gefunden sein. Wer langfristig denkt, sollte Vonovia auf die Watchlist nehmen.