TUI hat mit seinen jüngst vorgelegten Zahlen zwar nicht enttäuscht. Doch eine konkrete Prognose für das laufende Geschäftsjahr blieb man schuldig. Vor allem der Plan, die Aktien zusammenzulegen und das Kapital erneut zu erhöhen (DER AKTINONÄR berichtete) hat das Papier auf Talfahrt geschickt. Auch die Analysten stehen der Urlaubsaktie weiterhin skeptisch gegenüber.
Jefferies etwa hat die Einstufung für TUI nach den Zahlen zum Geschäftsjahr 2021/22 auf "Underperform" mit einem Kursziel von 2,10 Euro belassen. Der Touristik-Konzern habe positive Resultate abgeliefert, schrieb Analyst James Wheatcroft in einer aktuellen vorliegenden Ersteinschätzung.
Barclays bleibt ebenfalls auf der Verkäuferseite und hat das "Underweight"-Rating für die TUI-Aktie bestätigt. Kursziel: 125 Pence (1,45 Euro). Die Kennziffern des Reiseveranstalters seien insgesamt wie erwartet ausgefallen, heißt es. Positiv werten die Engländer den Abbau der Verschuldung. Hintergrund: TUI konnte der Konzern seine Nettoschulden auf Jahressicht bis Ende September immerhin von rund fünf Milliarden auf 3,4 Milliarden Euro senken.
Noch pessimistischer ist indes die UBS. Die Schweizer Großbank hat das "Verkauf"-Votum für TUI bekräftigt und sieht des Kurs perspektivisch auf 99 Britische Pence (1,15 Euro) fallen. Nach der Vorgabe hätte der Titel weitere 27 Prozent Abwärtspotenzial, wenn man das aktuelle Kursniveau zugrunde legt.
Die TUI-Aktie setzt am Donnerstag (im frühen Handel) ihren Abwärtstrend fort und verliert mehr als ein Prozent auf 1,57 Euro. Damit notieren die Papiere nur noch knapp über dem GD50, der aktuell bei 1,56 Euro verläuft. Kommt es zu stärkeren Abverkäufen und einem Bruch der Trendlinie, rückt die Supportzone, die sich zwischen 1,42 und 1,50 Euro aufspannt, ins Blickfeld (DER AKTIONÄR berichtete).
DER AKTIONÄR ist genauso wie die Mehrheit der Analysten gegenüber der TUI-Aktie skeptisch gestimmt. Die erneute Kapitalerhöhung dürfte die Anleger nicht erfreuen und ist zudem mit einer vorausgehenden Kapitalherabsetzung von 1,8 Milliarden auf 179 Millionen Euro, also einer Zusammenlegung der TUI-Aktien im Verhältnis von zehn zu eins, verbunden (DER AKTIONÄR berichtete). Hierüber muss die Hauptversammlung im Februar beschließen. Der Kurs dürfte vermutlich weiterhin zur Schwäche tendieren, Anleger meiden daher besser die Aktie.
(Mit Material von dpa-AFX)