Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat sich am Sonntag mit Tesla-Chef Elon Musk in New York City getroffen. Das berichtete die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu Agency. Wird Tesla die nächste Gigafactory in der Türkei hochziehen?
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat am Sonntag bei Tesla-Chef Elon Musk für den Aufbau einer Gigafactory in der Türkei geworben. Erdogan habe Musk bei einem Treffen im Turkish House, einem Wolkenkratzer in der Nähe der Vereinten Nationen in New York, um den Bau einer Produktionsstätte in seinem Land gebeten. Das berichtete die türkische staatliche Nachrichtenagentur Anadolu Agency (AA).
Erdogan hält sich in den USA auf, um an der 78. Sitzung der UN-Generalversammlung teilzunehmen. Tesla und die türkische Botschaft in Washington reagierten zunächst nicht auf Anfragen von Reuters zur Stellungnahme.
Bislang hat der Elektroauto-Hersteller Tesla Produktionswerke in Fremont, Nevada, New York, Shanghai, Berlin und Texas. Eine siebte wird derzeit in Mexiko aufgebaut.
Tesla-Chef Musk wägt derzeit ab, welcher Standort für die nächste Gigafactory am sinnvollsten wäre. Im August hat er bereits Interesse am Aufbau einer Produktionsstätte in Indien bekundet. In Indien sollen aller Voraussicht nach günstige Elektroautos um 25.000 Dollar gebaut werden.
Der Standort für eine neue Tesla-Fabrik soll laut Elon Musk bis Ende des Jahres festgelegt werden.
Eine Tesla-Fabrik in der Türkei könnte sowohl für das Land als auch für das Unternehmen von Vorteil sein. Die Türkei würde von den Investitionen profitieren, neue Arbeitsplätze würde entstehen. Darüber hinaus würde Tesla in einer Art von Schlüsselregion seine Präsenz ausbauen. Bislang hat Tesla eine Fabrik in Europa aufbaut, die Gigafactory Grünheide in der Nähe von Berlin.
Am Sonntag hat Tesla-Chef Musk darüber hinaus über den neuesten Meilenstein informiert. Wie das Unternehmen auf X mitteilte, habe man fünf Millionen Elektroautos gebaut.
Tesla baut seine Produktion Stück für Stück aus, während die deutschen Hersteller wie zum Beispiel Volkswagen noch immer mit dem Transformationsprozeß Richtung Elektromobilität kämpfen.
Tesla setzt derzeit alle Hebel in Bewegung, um seine Produktionsziele 2023 zu erreichen. Das Ziel von 1,8 Millionen Fahrzeugen würde 4.932 Autos pro Tag entsprechen. Die Gigafactory Shanghai und das Stammwerk in Fremont sind voll ausgelastet. Umso wichtiger sind die Fabriken in Grünheide und Texas. Elon Musk hat zuletzt auch immer wieder betont, weitere Rabatte einzuräumen um Marktanteile zu gewinnen. Für Tesla und die Entwicklung der Aktie hängt jedoch vieles an der weiteren Entwicklung im Bereich autonomes Fahren. Hier hat Musk mit seinem Team mit dem Supercomputer Dojo ein Ass im Ärmel. Für die Full Self Driving-Software (FSD) von Tesla könnte die KI den Durchbruch bringen.
Damit würde Elon Musk seinem Ziel ein großes Stück näherkommen, alle Teslas auf den Straßen per Knopfdruck in Robo-Taxis zu „verwandeln“. Für die Aktie würde das jede Menge Upside-Potenzial bedeuten.
Kurzfristig wird die Richtung der Aktie allerdings weiterhin maßgeblich durch das Angebot und die Nachfrage nach Elektroautos dominiert werden. Die Experten der Deutschen Bank etwa gehen davon aus, dass auch die Tesla-Auslieferungen in Q3 unter dem Wert des Vorquartals liegen werden.