Die Aktie des Elektroauto-Start-up Lucid geht am Donnerstag mehr als 15 Prozent in die Knie. Grund ist die Ausgabe neuer Wandelschuldverschreibungen.
Kein guter Tag für alle Fans des E-Mobility-Segments. Rivian, Tesla, Nikola und Canoo, sie alle verlieren zwischen vier und sieben Prozent. Deutlich mehr unter Druck steht das Papier von Lucid.
Am Donnerstag kündigte Lucid die Ausgabe neuer Wandelschuldverschreibungen im Volumen von 1,75 Milliarden Dollar an. Die Anleihen sind vorrangige, unbesicherte Verbindlichkeiten von Lucid, die halbjährlich nachträglich verzinst werden und am 15. Dezember 2026 fällig werden, sofern sie nicht vorher zurückgekauft, getilgt oder umgewandelt werden.
Für Lucid ist diese Art der Finanzierung relativ einfach zu realisieren und ermöglicht jungen Unternehmen einen schnelleren Zugang zu Investorengeldern.
Lucid beabsichtigt, den Nettoerlös aus der Emission in Forschung und Entwicklung sowie der Ausbau der Produktionsstätte in Casa Grande inklusive der Finanzierung möglicher neuer Fertigungsstätten zu investieren.
Zuletzt machte Lucid vermehrt mit positiven Nachrichten auf sich aufmerksam. Der Lucid Air wurde vom US-Magazin MotorTrend zum Car oft the Year gekrönt. Die Anzahl der Vorbestellungen kletterte von 13.000 auf 20.000 und half, die Aktie auf knapp 60 Dollar zu heben.
Dass Lucid Geld für die Expansion sowie den Aufbau der Produktionsstätten sowie Gelder für F&E brauchen würde war klar. Der Zeitpunkt überrascht dennoch. Erst Ende Juli ging Lucid via SPAC-Deal mit Churchill Capital IV an die Börse.
Bis 2025 erwartet das Unternehmen eine Steigerung der Auslieferungen auf 135.000 Fahrzeuge und Einnahmen von mehr als 13,98 Milliarden Dollar zu erzielen. Demgegenüber steht ein Börsenwert von 62 Milliarden Dollar. Die Bewertung ist mehr als sportlich, jedoch zählt Lucid mit seiner Hard- und Software sicherlich zur Creme de la Creme im E-Mobility-Sektor. Zwischen 30 und 35 Dollar versuchen Anleger einen Fuß in die Tür zu stellen.