Die Aktie des russischen Energieriesen Gazprom hat in der vergangenen Handelswoche ein neues Mehrjahreshoch markiert. Seither geht es mit dem Kurs des Gasgiganten allerdings wieder bergab. Einer der Gründe könnte sein, dass die Marktteilnehmer an den bisherigen Prognosen des Unternehmens zweifeln könnten.
So gehen nun etwa die Experten der Sberbank davon aus, dass Gazproms Preisprognosen für das laufende Jahr etwas zu optimistisch sind. Während der weltgrößte Gasproduzent mit einem durchschnittlichen Niveau von 230 bis 235 Dollar je 1.000 Kubikmeter Erdgas rechnet, liegen die Sberbank-Schätzungen aktuell bei 216 Dollar.
Darüber hinaus befürchten die Banker, dass das kürzlich bestätigte Exportvolumen von 201 Milliarden Kubikmeter wegen der anhaltend hohen Lagerbestände in Europa etwas zu hoch angesetzt sein könnte.
Kein Grund zur Panik
Natürlich wäre es ärgerlich, sollte Gazprom mit seinen Preis- und Absatzprognosen tatsächlich daneben liegen – ein Beinbruch wäre es aber nicht! Eine derartige Nachricht würde den Aktienkurs zwar kurzfristig belasten, nachhaltig wäre der Effekt einer etwas schwächeren Ertragsentwicklung aber sicherlich zu verschmerzen.
Denn Anleger sollten sich vor Augen halten, was geschehen würde, sollten eher die Sberbank- als die Gazprom-Prognosen zutreffen. Die Gazprom-Aktie wäre letztlich einfach ein Schnäppchen mit einem KGV von womöglich 5, anstatt ein Schnäppchen mit einem KGV von 4…..
Die Aussichten für Gazprom bleiben nach wie vor gut. Korrekturphasen im Kurs sind aus charttechnischer Sicht ohnehin gesund. Mutige Anleger können nach wie vor zugreifen. Der Stopp sollte bei 5,10 Euro belassen werden.