Nachdem die Aktie von Gazprom Anfang Juli in eine Konsolidierungsbewegung übergegangen ist, kann das Papier seit einigen Tagen wieder an Fahrt gewinnen. Zuvor gelang die erfolgreiche Verteidigung der Unterstützung bei 6,50 US-Dollar. Dabei profitiert das Unternehmen nicht zuletzt von einer Hochstufung durch Ratingagentur Fitch Ratings.
Fitch hat sein Rating für Gazprom um eine Stufe angehoben: von bislang BBB- (positiver Ausblick) auf BBB (stabiler Ausblick). Das Ganze stand im Zusammenhang mit der Heraufstufung des staatlichen Ratings für Russland auf BBB am 9. August 2019.
Gazprom treibt derweil ungeachtet des politischen Streits und noch ungeklärtem Trassenverlauf vor der dänischen Ostsee-Insel Bornholm den Bau von Nord Stream 2 voran. Vor Kurzem sind vor der Südostspitze Rügens zwei bereits im Vorjahr verlegte Leitungsstücke von knapp 30 und 40 Kilometern Länge verbunden worden.
Nord Stream 2 ist aber nicht das einzige Großprojekt, das bei Gazprom in Zukunft für Wachstum sorgen könnte. Im Fokus stehen außerdem die beiden Pipelineprodukte Turkish Stream und Power of Siberia, die mit der Türkei und China zwei starke Abnehmer finden dürften.
Weiteres Wachstum dürfte es in Zukunft bei Gazprom auch bei der Dividende geben. Schon jetzt ist das Unternehmen ein extrem starker Dividendenzahler. Die derzeitige Rendite beläuft sich auf 6,9 Prozent. Gazprom hat in diesem Jahr erklärt, an seinem Ziel festzuhalten, immer rund 50 Prozent der Gewinne in Form einer aktionärsfreundlichen Dividende auszuschütten. Legt man den 2018er-Gewinn von umgerechnet rund einem Dollar zugrunde, bedeutet das noch ordentlich Spielraum nach oben.
Zudem ist Gazprom weiterhin absolut moderat bewertet. Das 2019er-KGV beläuft sich auf 4. DER AKTIONÄR rät, bei der Aktie weiter an Bord zu bleiben und die Gewinne laufen zu lassen.