Am Freitag kletterte die Aktie von BYD auf ein neues Allzeithoch, nachdem die Analysten der HSBC und UOB-Kay Hian ihre Kursziele für den chinesischen Elektroauto-Hersteller nach oben geschraubt haben.

Analyst Yuqian Ding von der HSBC hob die Gewinnschätzungen für BYD für die Jahre 2025 und 2026 um jeweils 2 Prozent an. Was die Anzahl der verkauften Autos betrifft, geht Yuqian Ding jetzt von 5,4 Millionen Einheiten statt 5,2 Million für 2025 aus. Das neue Kursziel der HSBC lautet 389 Hongkong-Dollar. Ken Lee von UOB-Kay Hian schraubte sein Kursziel für BYD gar auf 410 Hongkong-Dollar (50,25 Euro) nach oben.

Hintergrund: BYD kündigte vergangene Woche an, ein neues, selbst entwickeltes ADAS-System serienmäßig in die gesamte Fahrzeugpalette einzubauen, sogar in die meisten BYD-Kleinwagen, die unter 10.000 US-Dollar verkauft werden. Das System mit der Bezeichnung „God's Eye“ umfasst unter anderem einen Autopiloten für die Navigation auf der Autobahn und automatisches Einparken.
"Die Ankündigung, dass sie planen, die Technologie in allen ihren Fahrzeugen kostenlos zur Verfügung zu stellen, sollte wirklich alle OEMs aufrütteln."
„Die Ankündigung, dass sie planen, die Technologie in allen ihren Fahrzeugen kostenlos zur Verfügung zu stellen, sollte wirklich alle OEMs aufrütteln, die geplant hatten, eine Abonnementgebühr für ihre eigenen Versionen der Technologie zu verlangen“, sagt der chinesische Auto-Blogger Tu Le gegenüber dem AKTIONÄR.
Das Spannende an den News von BYD ist die Tatsache, dass in den nächsten Jahren auch diejenigen Fahrzeuge, die unter 10.000 US-Dollar kosten, über L2-Systeme verfügen werden. „Das nenne ich die Einführung einer wichtigen Technologie. Die Auswirkungen auf die Schaffung eines sichereren Verkehrssystems können gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Dies erhöht auch den Druck auf andere, ihre eigenen Versionen zu geringen oder gar keinen Kosten anzubieten“, so Tu Le weiter.
Des weiteren wird BYD auch das KI-Sprachmodell von Deepseek in seine Fahrzeugarchitektur integrieren. Durch die Einbindung zielt BYD darauf ab, die Sprachsteuerung und die Benutzerinteraktion zu optimieren. Diese Integration ermöglicht es, präzisere Sprachbefehle zu erkennen und die allgemeine Benutzererfahrung zu verbessern.
BYD hat in der E-Mobility-Szene mit dem Rollout der „God’s Eye“-Technologie ein Ausrufezeichen gesetzt. Die Firma kommt aktuell auf einen Börsenwert von umgerechnet 130 Milliarden Euro. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) für 2025 beträgt 1,3, das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt bei 26. Sicherlich wäre es vermessen, BYD auf die gleiche Stufe wie Tesla zu stellen. Dennoch ist der Bewertungsunterschied extrem und lässt weitere Kurssteigerungen für BYD zu. BYD ist innovativ, die Modelle sind hip und am Puls der Zeit. BYD hat in schöner Regelmäßigkeit hervorragende Zahlen geliefert. Mit seinen Marken BYD, Denza, Fang Cheng Bao und Yangwang hat der chinesische Elektroautohersteller für jedes Marktsegment das passende Produkt im Angebot.